Feedback-Runde und ein Danke an alle Mitwirkenden im L2030+ Sommerfest

Vertreterinnen und Vertreter aus jenen Unternehmen, die als Interviewpartner zur Verfügung standen oder in den Arbeitskreisen mitgearbeitet haben, trafen sich gestern zu einer Feedback-Runde mit anschließendem Sommerfest.

Die 35 Vorschläge für Maßnahmen der nächsten 3 – 5 Jahren fokussieren auf die Bereiche Zustellung/Kooperation (Hubs, Last Mile), Technologie, Flächen/ Abstellflächen/ Ladezonen, Straße/ Schiene/ ÖV,  Verkehrsorganisatorische Maßnahmen/ Nachtlieferung und Rechtliches.

Ein Überblick zu den Vorschlägen und deren Bewertung ist seit kurzem unter Handlungsfelder zu finden.

VertreterInnen aus ca. 20 unterschiedlichen, sehr repräsentativen Unternehmen haben im Februar und März 2018 engagiert gearbeitet, an der Ergebnisbewertung wirkten zusätzlich Vertreter der Projektträger mit.

Zu den Szenarien, diese basieren ja auf intensiv diskutierten Projektionen der wesentlichen Faktoren, die in den nächsten 20 Jahren das Leben maßgeblich beeinflussen werden: Aus sechs „Bildern der Zukunft“ konnten drei Zukunftsszenarien verdichtet und abgeleitet werden:

  • Der Mensch im Mittelpunkt
  • Technologie löst alle Probleme
  • Kontinuierlicher Wandel des Bisherigen

Maßnahmen, die noch für die Lösung der Zukunftsfragen gefunden werden müssen – eine Projektaufgabe bis 2019 – werden genau mit diesen Szenarien zu deren Tauglichkeit (Resilienz)  geprüft.   Aber das ist nun „Aufgabe der weiteren Projektbearbeitung“, wie die Projektträger betonen.

Bild: Vertreter der Projektträger und des Beirates (v.l.n.r. Alfred Wolfram, Oliver Danninger, Andrea Faast, Eva Hahn, Dieter Häusler) © WKW Florian Wieser

Jedenfalls war es Alfred Wolfram, als Vertreter des Projektbeirates ein wichtiges Anliegen, sich mit einer Anerkennungsurkunde bei den vielen mitwirkenden Unternehmen zu bedanken, bevor der Ausklang in einen schönen Sommerabend starten konnte. War ja wie immer einiges unter den Fachleuten darüber hinaus zu diskutieren und auszutauschen.

Bild: „Anerkennungsurkunden für mitwirkende Unternehmen“ © WKW Florian Wieser

13.06.2017: Erfolgreicher Auftakt für das Projekt Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien

Nur jeder Dritte kann sich eine CO2-Reduktion im Verkehr vorstellen – das ist zu wenig. Am 13. Juni 2017 trafen sich über 100 ExpertInnen zur Auftaktveranstaltung „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“. Erste Ergebnisse wurden diskutiert. Ziel ist bis Ende 2019 konkrete Lösungen für eine Logistik 2030+ im Großraum Wien-Niederösterreich zu erarbeiten.

Wohin die Reise geht und dass der Weg dorthin kein leichter wird, wurde den anwesenden ExpertInnen bereits im Impulsvortrag von Henriette Spyra, Stabstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung des bmvit, schnell klar. Aus Sicht des „Parisvertrages“ ist der Handlungsdruck im Verkehr am größten. Auf EU Ebene werden erstmals CO2 Normen für LKW angedacht.

Henriette Spyra, Stabstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung, Generalsekretariat des bmvit

Die für Österreich geltenden Ziele sind im nationalen Strategierahmen „Saubere Energie im Verkehr“ von Dezember 2016 beschrieben. Hier gilt es eine Halbierung der CO2 Emissionen im Personenverkehr und eine Stabilisierung im Güterverkehr bis 2030 zu erreichen. „Alle Prognosen zeigen hohe Zuwachsraten im Güterverkehr. Alleine die Stabilisierung an CO2 Emissionen wird damit eine enorme Herausforderung für den Güterverkehr mit sich bringen“, hält Spyra fest. Bis zum Jahr 2030 wird ein Neuzulassungsanteil von 100% für emissionsfreie PKW und leichte Nutzfahrzeuge angestrebt, bis 2040 für Lkw und Busse. „Klar ist, ein geeigneter Mix aus regulativen, logistischen, kooperativen und technologischen Maßnahmen ist für die Implementierung „CO2-neutraler City Logistiksysteme 2030“ erforderlich.“

Die Träger des Projektes Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien (v.l.n.r.): DI Angelika Winkler (Stv.-Leiterin MA 18, Wien), Dr. Eva Hahn (Leiterin Außenwirtschaft & Verkehrspolitik WK Niederösterreich), DI Christian Popp (Gesamtverkehrsangelegenheiten NÖ), DI Andrea Faast (Leiterin Stadtplanung & Verkehrspolitik, WK Wien)

Gerade dieser Ansatz ist Inhalt des Projektes Logistik 2030+ NÖ und Wien: In einem ersten, von denkstatt und Econsult erhobenen, Stimmungsbild zeigt sich, dass sich lediglich jede(r) Dritte eine Reduktion von CO2 Emissionen im Verkehr vorstellen kann. Die Frage, ob die eigene Dienstleistung mit weniger Verkehrsaufkommen erbracht werden könnte, verneinte die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen aus Wien und Niederösterreich. „Generell stehen Nutzungskonflikte um Verkehrsraum wie Stellflächen, Ladezonen und Staus im Vordergrund“ stellt Lea Kerschner, denkstatt, fest.

Der Beirat von Experten steuert den mehrjährigen Prozess (v.l.n.r.): Mag. Davor Sertic (Spartenobmann Transport & Verkehr Wien), KR Alfred Wolfram (Stv.-Spartenobmann Transport & Verkehr Niederösterreich), DI Thomas Madreiter (Planungsdirektor Wien), Dr. Werner Pracherstorfer (Leiter Raumplanung, Umwelt & Verkehr Niederösterreich), Dr. Christian Moser (Vizepräsident Wirtschaftskammer Niederösterreich), Dr. Ferdinand Koch (denkstatt)

Die von Ferdinand Koch, denkstatt, geleitete Diskussion mit Christian Moser, WK Niederösterreich, Werner Pracherstorfer und Thomas Madreiter, Planungsverantwortliche des Landes Niederösterreich und der Stadt Wien und der Vertreter der Logistikwirtschaft Davor Sertic, Wien, und Alfred Wolfram, Niederösterreich, ,zeigte die verschiedenen Ansatzpunkte für die Zukunft auf:

Wir benötigen eine Entkopplung von Wirtschafts- bzw. Bevölkerungswachstum vom Verkehrswachstum. Das wäre ein wichtiges strategisches Ziel bis 2030“ so Pracherstorfer. Dazu hält Madreiter fest: „Das gilt auch für Wien und Umgebung. Die gesamte Region wird bald an die 3 Mio. Einwohner umfassen. Wir brauchen Lösungen für den Güterverkehr und es ist wesentlich, dass diese in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich erarbeitet werden“. Für Wolfram spielen vor allem die Unternehmer eine zentrale Rolle, und Sertic sieht den Schlüssel zum Erfolg in Pilotprojekten, die dazu dienen, Ideen praxistauglich zu testen und erste Überzeugungsarbeiten zu leisten. Moser skizzierte zusammenfassend die Richtung des Kooperationsprojektes:

„Wichtig ist uns die gezielte Einbindung der Betroffenen in einem ausführlichen Stakeholderprozess. Eine möglichst breite Mitwirkung ist entscheidend. Nur so kann es gelingen, die notwendigen Lösungen zu finden und gleichzeitig auf mittel- bis langfristige Sicht die richtigen Weichen zu stellen. Die Herausforderungen sind enorm. Nicht in allen Punkten wird uns eine passende Lösung gelingen. Entscheidend ist aber, dass wir die Logistik-Zukunft gemeinsam gestalten. Wir setzen es uns zu Ziel, dass 2019 ein konkreter Aktionsplan vorliegt, der nicht nur, die uns heute so wichtig erscheinenden Maßnahmen umfasst, sondern vor allem jene, die wir für den Zeitraum nach 2030 benötigen.“

Wie das die Betroffenen im Bereich Logistik und Güterverkehr sehen, stellte Jürgen Schrampf, Econsult, im Anschluss an die Diskussion vor. Lösungsbedarf wird vor allem bei Nutzungskonflikten, Flächenwidmung und Raumplanung sowie bei Standort-/Hub-Entwicklungen gesehen. Neue Geschäftsmodelle, innovative Antriebe, Digitalisierung, e-Commerce, Last Mile und Konkurrenz um Raum und Infrastruktur sind dabei die wichtigsten Treiber für Veränderungen.

Henriette Spyra, bmvit, (links) und Andrea Faast, WK Wien, im Gespräch

Am Ende der Veranstaltung stellte Ferdinand Koch die weiteren Projektschritte vor: Es gilt die wesentlichen Handlungsfelder zu definieren, in Arbeitsgruppen Lösungen zu erarbeiten und  Feedback einzuholen. Auf Basis verschiedener Szenarien bis 2030+ werden zukunftsorientierte Bearbeitungsfelder festgelegt und die jeweiligen Arbeitsgruppenergebnisse in den Aktionsplan übergeführt. Interessierte sind herzlich eingeladen, hier mitzuwirken. Diese zum Abschluss ausgesprochene Bitte wurde zur Freude der Veranstalter gleich von vielen Anwesenden aufgegriffen. Die Veranstaltung war demnach ein großer Erfolg.

Steuerungsgruppe und Projektleitung Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien (v.l.n.r.): Mag. Jürgen Schrampf (Econsult), Dr. Ferdinand Koch (denkstatt), DI Angelika Winkler (Stv.-Leiterin MA 18, Wien), Dr. Eva Hahn (Leiterin Außenwirtschaft & Verkehrspolitik WK Niederösterreich), DI Christian Popp (Gesamtverkehrsangelegenheiten NÖ), DI Andrea Faast (Leiterin Stadtplanung & Verkehrspolitik, WK Wien), Mag. Davor Sertic (Spartenobmann Transport & Verkehr Wien), Dr. Christian Moser (Vizepräsident Wirtschaftskammer Niederösterreich), Dr. Werner Pracherstorfer (Leiter Raumplanung, Umwelt & Verkehr Niederösterreich). Nicht im Bild: DI Thomas Madreiter (Planungsdirektor Wien)

Downloads:
– Präsentation „Auftakt L2030+
– Präsentation „Logistik und Mobilität neu denken