Exkursion in das neue SPAR Logistikzentrum in Ebergassing

Der Lebensmitteleinzelhandel ist seit Jahren eine Vorzeigebranche für die Umsetzung effizienter Logistiklösungen. Üblicherweise bringen die Lieferanten ihre Waren logistisch optimiert auf ganzen Paletten oder als Full-Truck-Loads (FTL) zu den Zentral- oder Regionallagerstandorten, eine perfekte Planung sorgt dann für die optimale Distribution zu den Filialen.

Egal ob Frischdienst oder Trockensortiment, Langsam- oder Schnelldreher, für jeden Artikel sind die Prozesse entsprechend definiert. Aufgrund der hohen Anforderungen im Lebensmitteleinzelhandel war auch hier der Schritt in Richtung Digitalisierung und Logistik 4.0 nur mehr eine Frage der Zeit. Das Unternehmen SPAR ist einer der Vorreiter in diesem Bereich, wie das neue Logistikzentrum in Ebergassing eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Die Projektgruppe von L2030+ war am 28. August eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Begleitet vom SPAR-Geschäftsführer Mag. Alois Huber und dem Logistikleiter Franz Zagler konnten die Vertreter von Land Niederösterreich, Stadt Wien, Wirtschaftskammer Niederösterreich und Wirtschaftskammer Wien die Zukunft der Handelslogistik im operativen Betrieb erleben.

Frei navigierende Roboter, sogenannte Shuttles, transportieren die Palletten zu ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen; Technologien die hier weltweit erstmalig zum Einsatz kommen – im Hintergrund steuern Systeme auf Basis von Schwarmintelligenz die Abläufe.

Neben den technischen Innovationen zur Effizienzverbesserung war aber auch die Standortentscheidung von nachhaltigen Kriterien geprägt. Durch das neue Logistikzentrum kann die Transportlogistik optimiert werden, das Ergebnis sind deutlich weniger LKW-Kilometer und weniger Emissionen bei gleichzeitig steigender Versorgungsqualität im Raum Niederösterreich-Wien.

Fotos: (c) SPAR Österreich

Einladung zum Mobilitätsfrühstück für Fuhrparkunternehmen

Effiziente und nachhaltige Logistik- und Mobilitätskonzepte sind genauso entscheidend wie das passenden Fuhrparkmanagement oder die Entwicklung neuer Technologien. Auf Initiative der Wirtschaftskammer Wien laden wir Sie zum Mobilitätsfrühstück für Fuhrparkunternehmen ein.

Alle Informationen zur Veranstaltung am 22. September finden Sie in unserer Veranstaltungsvorschau.

Nur jeder Dritte kann sich eine CO2-Reduktion im Verkehr vorstellen – das ist zu wenig

Im Rahmen der Logistik 2030+ Auftaktverantaltung wurden die Ergebnisse eines ersten, von denkstatt und Econsult erhobenen, Stimmungsbildes präsentiert. Darin zeigte sich, dass sich lediglich jede(r) Dritte eine Reduktion von CO2 Emissionen im Verkehr vorstellen kann.

Die Frage, ob die eigene Dienstleistung mit weniger Verkehrsaufkommen erbracht werden könnte, verneinte die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen aus Wien und Niederösterreich. „Generell stehen Nutzungskonflikte um Verkehrsraum wie Stellflächen, Ladezonen und Staus im Vordergrund“ stellt Lea Kerschner, denkstatt, bei der Auftaktveranstaltung fest.

Die Ergebnisse im Detail

Zwei Drittel können sich (eher) nicht vorstellen, mit weniger Verkehr ihre Leistungen in gleicher Qualität zu erbringen.

Können Sie sich vorstellen, mit weniger Verkehr (= weniger Fahrzeuge, weniger Tageskilometerleistung) Ihre Leistungen in gleicher Qualität zu erbringen?

Zwei Drittel haben (Nutzungs-) Probleme, v.a. in den Bereichen Stau und Parken bzw. Ladezonen.

Haben Sie (Nutzungs-) Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmern im fließenden und ruhenden Güter- und Individualverkehr?

 

9 von 10 Befragten erwarten eine Zunahme des Güterverkehrs bis 2030. Aber nur jeder Dritte hält sinkende CO2-Emissionen für möglich.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Güterverkehrsaufkommen in Niederösterreich-Wien bis 2030 entwickeln?

Wie werden sich Ihrer Meinung nach die CO2 Emissionen im Logistikbereich in Niederösterreich-Wien bis 2030 entwickeln?

 

Mehr als drei Viertel erwarten Maßnahmen durch die Politik. Verkehrsinfrastruktur und Raumplanung werden als größte Hebel gesehen, gefolgt von kooperativen Ansätzen.

Für wie wahrscheinlich halten Sie, dass die Politik (Stadt / Land / Bund) Belieferungen nach und von Wien in den nächsten 10 Jahren durch Maßnahmen wie Fahrverbote oder andere Einschränkungen bis hin zur City Maut beeinflusst?

Wo sehen Sie die größten Hebel für Verbesserungen in der Logistik in Niederösterreich-Wien? (Mehrfachnennungen möglich)

13.06.2017: Erfolgreicher Auftakt für das Projekt Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien

Nur jeder Dritte kann sich eine CO2-Reduktion im Verkehr vorstellen – das ist zu wenig. Am 13. Juni 2017 trafen sich über 100 ExpertInnen zur Auftaktveranstaltung „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“. Erste Ergebnisse wurden diskutiert. Ziel ist bis Ende 2019 konkrete Lösungen für eine Logistik 2030+ im Großraum Wien-Niederösterreich zu erarbeiten.

Wohin die Reise geht und dass der Weg dorthin kein leichter wird, wurde den anwesenden ExpertInnen bereits im Impulsvortrag von Henriette Spyra, Stabstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung des bmvit, schnell klar. Aus Sicht des „Parisvertrages“ ist der Handlungsdruck im Verkehr am größten. Auf EU Ebene werden erstmals CO2 Normen für LKW angedacht.

Henriette Spyra, Stabstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung, Generalsekretariat des bmvit

Die für Österreich geltenden Ziele sind im nationalen Strategierahmen „Saubere Energie im Verkehr“ von Dezember 2016 beschrieben. Hier gilt es eine Halbierung der CO2 Emissionen im Personenverkehr und eine Stabilisierung im Güterverkehr bis 2030 zu erreichen. „Alle Prognosen zeigen hohe Zuwachsraten im Güterverkehr. Alleine die Stabilisierung an CO2 Emissionen wird damit eine enorme Herausforderung für den Güterverkehr mit sich bringen“, hält Spyra fest. Bis zum Jahr 2030 wird ein Neuzulassungsanteil von 100% für emissionsfreie PKW und leichte Nutzfahrzeuge angestrebt, bis 2040 für Lkw und Busse. „Klar ist, ein geeigneter Mix aus regulativen, logistischen, kooperativen und technologischen Maßnahmen ist für die Implementierung „CO2-neutraler City Logistiksysteme 2030“ erforderlich.“

Die Träger des Projektes Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien (v.l.n.r.): DI Angelika Winkler (Stv.-Leiterin MA 18, Wien), Dr. Eva Hahn (Leiterin Außenwirtschaft & Verkehrspolitik WK Niederösterreich), DI Christian Popp (Gesamtverkehrsangelegenheiten NÖ), DI Andrea Faast (Leiterin Stadtplanung & Verkehrspolitik, WK Wien)

Gerade dieser Ansatz ist Inhalt des Projektes Logistik 2030+ NÖ und Wien: In einem ersten, von denkstatt und Econsult erhobenen, Stimmungsbild zeigt sich, dass sich lediglich jede(r) Dritte eine Reduktion von CO2 Emissionen im Verkehr vorstellen kann. Die Frage, ob die eigene Dienstleistung mit weniger Verkehrsaufkommen erbracht werden könnte, verneinte die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen aus Wien und Niederösterreich. „Generell stehen Nutzungskonflikte um Verkehrsraum wie Stellflächen, Ladezonen und Staus im Vordergrund“ stellt Lea Kerschner, denkstatt, fest.

Der Beirat von Experten steuert den mehrjährigen Prozess (v.l.n.r.): Mag. Davor Sertic (Spartenobmann Transport & Verkehr Wien), KR Alfred Wolfram (Stv.-Spartenobmann Transport & Verkehr Niederösterreich), DI Thomas Madreiter (Planungsdirektor Wien), Dr. Werner Pracherstorfer (Leiter Raumplanung, Umwelt & Verkehr Niederösterreich), Dr. Christian Moser (Vizepräsident Wirtschaftskammer Niederösterreich), Dr. Ferdinand Koch (denkstatt)

Die von Ferdinand Koch, denkstatt, geleitete Diskussion mit Christian Moser, WK Niederösterreich, Werner Pracherstorfer und Thomas Madreiter, Planungsverantwortliche des Landes Niederösterreich und der Stadt Wien und der Vertreter der Logistikwirtschaft Davor Sertic, Wien, und Alfred Wolfram, Niederösterreich, ,zeigte die verschiedenen Ansatzpunkte für die Zukunft auf:

Wir benötigen eine Entkopplung von Wirtschafts- bzw. Bevölkerungswachstum vom Verkehrswachstum. Das wäre ein wichtiges strategisches Ziel bis 2030“ so Pracherstorfer. Dazu hält Madreiter fest: „Das gilt auch für Wien und Umgebung. Die gesamte Region wird bald an die 3 Mio. Einwohner umfassen. Wir brauchen Lösungen für den Güterverkehr und es ist wesentlich, dass diese in Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich erarbeitet werden“. Für Wolfram spielen vor allem die Unternehmer eine zentrale Rolle, und Sertic sieht den Schlüssel zum Erfolg in Pilotprojekten, die dazu dienen, Ideen praxistauglich zu testen und erste Überzeugungsarbeiten zu leisten. Moser skizzierte zusammenfassend die Richtung des Kooperationsprojektes:

„Wichtig ist uns die gezielte Einbindung der Betroffenen in einem ausführlichen Stakeholderprozess. Eine möglichst breite Mitwirkung ist entscheidend. Nur so kann es gelingen, die notwendigen Lösungen zu finden und gleichzeitig auf mittel- bis langfristige Sicht die richtigen Weichen zu stellen. Die Herausforderungen sind enorm. Nicht in allen Punkten wird uns eine passende Lösung gelingen. Entscheidend ist aber, dass wir die Logistik-Zukunft gemeinsam gestalten. Wir setzen es uns zu Ziel, dass 2019 ein konkreter Aktionsplan vorliegt, der nicht nur, die uns heute so wichtig erscheinenden Maßnahmen umfasst, sondern vor allem jene, die wir für den Zeitraum nach 2030 benötigen.“

Wie das die Betroffenen im Bereich Logistik und Güterverkehr sehen, stellte Jürgen Schrampf, Econsult, im Anschluss an die Diskussion vor. Lösungsbedarf wird vor allem bei Nutzungskonflikten, Flächenwidmung und Raumplanung sowie bei Standort-/Hub-Entwicklungen gesehen. Neue Geschäftsmodelle, innovative Antriebe, Digitalisierung, e-Commerce, Last Mile und Konkurrenz um Raum und Infrastruktur sind dabei die wichtigsten Treiber für Veränderungen.

Henriette Spyra, bmvit, (links) und Andrea Faast, WK Wien, im Gespräch

Am Ende der Veranstaltung stellte Ferdinand Koch die weiteren Projektschritte vor: Es gilt die wesentlichen Handlungsfelder zu definieren, in Arbeitsgruppen Lösungen zu erarbeiten und  Feedback einzuholen. Auf Basis verschiedener Szenarien bis 2030+ werden zukunftsorientierte Bearbeitungsfelder festgelegt und die jeweiligen Arbeitsgruppenergebnisse in den Aktionsplan übergeführt. Interessierte sind herzlich eingeladen, hier mitzuwirken. Diese zum Abschluss ausgesprochene Bitte wurde zur Freude der Veranstalter gleich von vielen Anwesenden aufgegriffen. Die Veranstaltung war demnach ein großer Erfolg.

Steuerungsgruppe und Projektleitung Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien (v.l.n.r.): Mag. Jürgen Schrampf (Econsult), Dr. Ferdinand Koch (denkstatt), DI Angelika Winkler (Stv.-Leiterin MA 18, Wien), Dr. Eva Hahn (Leiterin Außenwirtschaft & Verkehrspolitik WK Niederösterreich), DI Christian Popp (Gesamtverkehrsangelegenheiten NÖ), DI Andrea Faast (Leiterin Stadtplanung & Verkehrspolitik, WK Wien), Mag. Davor Sertic (Spartenobmann Transport & Verkehr Wien), Dr. Christian Moser (Vizepräsident Wirtschaftskammer Niederösterreich), Dr. Werner Pracherstorfer (Leiter Raumplanung, Umwelt & Verkehr Niederösterreich). Nicht im Bild: DI Thomas Madreiter (Planungsdirektor Wien)

Downloads:
– Präsentation „Auftakt L2030+
– Präsentation „Logistik und Mobilität neu denken

PA 2/2017: Erfolgreicher Auftakt für das Projekt Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien

Am 13. Juni 2017 trafen sich über 100 ExpertInnen zur Auftaktveranstaltung „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“. Erste Ergebnisse wurden diskutiert. Ziel ist bis Ende 2019 konkrete Lösungen für eine Logistik 2030+ im Großraum Wien-Niederösterreich zu erarbeiten.

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PA 1/2017: Gütermobilität 2030+ in Niederösterreich und Wien – Logistik und Mobilität gemeinsam neu denken

Am 13. Juni 2017 findet in Wien die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ statt. Ausgewählte FachexpertInnen aus Verwaltung und Wirtschaft diskutieren aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends im Bereich nachhaltigen Verkehr und Logistik. Gleichzeitig fällt der offizielle Startschuss für das Projekt L2030+, das im Jänner 2017 gestartet wurde und bis Ende 2019 läuft.

„PA 1/2017: Gütermobilität 2030+ in Niederösterreich und Wien – Logistik und Mobilität gemeinsam neu denken“ weiterlesen

ÖGZ 4/2017 mit Schwerpunkt Onlinehandel & Logistik

Die Ausgabe 4/2017 der „ÖGZ – Österreichische Gemeinde-Zeitung“ des Österreichischen Städtebundes widmet sich dem Schwerpunktthema „Onlinehandel“.

Darin enthalten sind neben einem Rückblick auf die Tagung „Onlinehandel: Entwicklungen, Auswirkungen, Strategien“ mit Angelika Winkler und Davor Sertic auch Artikel von Thomas Madreiter zu den Herausforderungen für die Stadtentwicklung, von Davor Sertic zum Thema Onlinehandel & Smart City sowie von Angelika Winkler zum Thema Wirtschaftsverkehr.

Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen: ÖGZ 4/2017 – Onlinehandel (PDF)