Umsetzungsstatus

Status per Juni 2021

Positive Zwischenevaluierung 2021

Plangemäß geht die Abarbeitung des Aktionsplans Nachhaltige Logistik 2030+ voran, eine positive Zwischenbilanz kann per Mitte 2021 gezogen werden.

In regelmäßigen Abständen erfolgt der Abgleich zum Bearbeitungsstand der einzelnen Maßnahmen sowie die Planung und Initiierung von neuen Pilotprojekten zwischen dem Land Niederösterreich, der Stadt Wien sowie den beiden Wirtschaftskammern von Wien und Niederösterreich. Neben den inhaltlichen Abstimmungen erfolgt auch eine Monitoring-Bewertung bezüglich des Umsetzungsstatus der einzelnen Maßnahmen und Aktionen.

Dank des ambitionierten Starts im Jahr 2020 sind aktuell bereits über 70% aller Aktionen laufend oder derzeit in Vorbereitung, in Summe betrachtet sind diese bereits zu über einem Drittel abgearbeitet oder umgesetzt. Erfreut zeigte sich darüber auch der Projekt-Beirat in seiner letzten Sitzung im März 2021.

Erfolgskriterien sind, dass aktuelle und neue Themen in die Bearbeitung mit einfließen sowie die Durchführung von Pilotprojekten in Kooperation mit Stakeholdern aus Verwaltung, Wissenschaft und den Unternehmen. Logistik 2030+ hat darüber hinaus einen Multiplikatoreffekt, vor allem Unternehmen werden dazu motiviert, innovative und umweltfreundliche Lösungen selbst zu testen und somit das Logistiksystem aktiv mitzugestalten.

Status per Dezember 2020

Allgemein

Das Projekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ befindet sich seit Beginn 2020 in der Umsetzungsphase des Aktionsplans.

Die Projektträger Land Niederösterreich, Stadt Wien und die beiden Wirtschaftskammern Wien und Niederösterreich organisieren und koordinieren 35 Maßnahmen und setzen schrittweise 133 einzelne Aktionen um. Knapp 80 der 133 Aktionen werden aktuell bearbeitet, fünf kurzfristige Aktionen konnten bereits durchgeführt werden.

Die Umsetzung wird über ein periodisches Monitoring begleitet. In regelmäßigen Jour-Fixe-Terminen werden Zwischenergebnisse diskutiert, Vorhaben geplant und Pilotprojekte vorbereitet. Steuerungsgruppen wie Beirat und Stakeholder Board L2030+ unterstützen mit Entscheidungen und Feedback.

Transparenz, Information und Kommunikation ist für alle Beteiligten wichtig, laufend wird daher über www.logistik2030.at zu Maßnahmen und Ergebnissen, Neuigkeiten und Veranstaltungen, aktuellen Webinaren etc. berichtet.

Gleichzeitig wird das bestehende Stakeholder-Netzwerk für die weitere Projektbegleitung genutzt, beispielsweise im Rahmen der Online-Befragungen zur „Mitbenützung gewerblicher LKW-Abstellflächen“.

Download: Umsetzungs- und Fortschrittsbericht

Im Zuge der Umsetzung des Aktionsplans L2030+ wird ein jährlicher Umsetzungs- und Fortschrittsbericht veröffentlicht. Dieser kann an dieser Stelle heruntergeladen werden:

Umsetzungen mit Stand Dezember 2020 werden im Folgenden zusammengefasst

Paketboxen: Ein Schwerpunkt war die Fortführung des Pilotprojektes zur Evaluierung von Paketboxen-Systemen, die positiven Ergebnisse daraus wurden in zwei Online-Veranstaltungen im Juni und im November präsentiert. Die Boxen-Infrastrukturen diverser Anbieter wurden weiter ausgebaut, im Projekt liegt der Fokus darauf, betreiberunabhängige und offene Systeme zu forcieren und zu fördern. In Niederösterreich erfolgt die Vorbereitung von Boxen-Standorten bei Park & Ride Anlagen, an ÖPNV-Stationen sowie zentralen Punkten im Siedlungsraum.

Güterkonsolidierung und Hub-Hierarchie: Das laufende FFG-Projekt Midi-Hub wird Anfang 2021 abgeschlossen und parallel wurde die Modellierung eines Hub-Systems für den Güterverkehr in Wien beauftragt. Als Resultat der Simulationen sollen für die definierten Szenarien bei Bündelung der Verkehre jeweils die Veränderung der Verkehrsleistung der Fahrzeuge im Gesamtsystem und die Veränderung der Emissionen abgeschätzt werden. Diese Ergebnisse sollen als fachliche Entscheidungsgrundlage für weitere Schritte einer möglichen Umsetzung von urbanen Güterverteilzentren dienen.

Transportfahrrad-Förderung: In Wien sind nun zwei Förderungen verfügbar: eine von der Mobilitätsagentur für private Nutzung und Grätzlfahrräder (Transportleihräder), und eine über den Ökostrom-Beirat für E-Transporträder für Unternehmen.

Digitale Informationen: ITS Vienna Region arbeitet mit Partnern an der Erstellung eines Güter-verkehrsmodells für die Ostregion (GÜMORE). Dieses FFG-Forschungsprojekt ist ein Beitrag für die Erarbeitung von besseren Daten und Datengrundlagen, ein wesentlicher Beitrag zur Abbildung des aktuellen und zur Prognose des künftigen Güterverkehrsaufkommens. Der nächste Schritt ist ein prognosefähiges Modell.

Rechtliche und technische Rahmenbedingungen für Zufahrtsbeschränkungen für eine CO2-freie Innenstadtlogistik: Dieses Thema wird im Projekt „City Logistik Wien – out of the box“ mit den Wiener Stadtwerken gebündelt bearbeitet. Es werden White-Label Boxen an 30 Standorten errichtet, evaluiert werden dabei parallel die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, um Güterverkehr in Wien CO2-frei zu machen.

E-Ladeinfrastruktur: Parallel zur Evaluierung der Möglichkeiten im Rahmen der Wiener Bauordnung laufen die Vorbereitungen für ein Technologie-Pilotprojekt mit umgerüsteten Ladestellen und um-gerüsteten Fahrzeugen. Taxis können während des Wartens am Standplatz einfach geladen werden. Die Fahrzeuge werden im Pilotprojekt umgerüstet und die Ladeinfrastruktur in den Taxistandplatz eingebaut.

E-Mobilitätstag: Im September wurde der E-Mobilitätstag in St. Pölten veranstaltet, etwa 60 Unternehmen nutzten die Gelegenheit für Workshops, B2B-Gespräch und Testfahrten. Für 2021 ist der E-Mobilitätstag am Wachau-Ring vorgesehen, dieser soll dann auch zusätzlich eine Ausstellung mit E-Fahrzeugen für Unternehmen im LKW-Sektor beinhalten.

KEP-Branchenreport: 2020 wurde ein aktualisierter Report für die KEP-Branche (Kurier-, Express- und Paketdienste) erarbeitet. In der Zusammenarbeit mit POST, DPD, GLS, UPS und Amazon wurden die aktuellen Paketmengen erhoben und eine Prognose erstellt. Zusätzliche Themen sind Logistikimmobilien, Spitzenmengen zu Weihnachten und Covid-19.

Abstellflächen LKW: Die Umfrage bei Wiener und Niederösterreichischen Unternehmer hat ergeben, dass 94 Unternehmen Interesse am temporären Abstellen ihrer Transportfahrzeuge haben. Geeignete Flächen dafür wurden identifiziert, im nächsten Schritt werden die Rahmenbedingungen für ein Pilotprojekt geprüft und mit mögliche Umsetzungspartnern abgestimmt.

Regionales GVZ: Eine Studie wurde beauftragt, mit geplantem Abschluss April 2021. Hier soll herausgefunden werden, was ein virtuelles Güterverkehrszentrum (GVZ) leisten muss und wie dieses praxisgerecht implementiert werden kann.

Anschlussbahnen und Kapazitäten Schienengüterverkehr: Es werden in Abstimmung mit der ÖBB die Kapazitäten für den Güterverkehr im Schienennetz und die Potenziale von Anschlussbahnen ermittelt, ein konkretes Projekt betrifft die Erstellung einer fehlenden Gleisanbindung im Gewerbepark Guntramsdorf/IZ-Süd.

Ladezonen-App: Die bestehende Ladezonen-App der Wirtschaftskammer Wien wurde verstärkt in den Medien der Wirtschaftskammer Niederösterreich beworben. Speziell niederösterreichische Unternehmen, die regelmäßig nach Wien einfahren, haben hier ein Tool zum Finden von Ladezonen.

Wochenend- und Nachtfahrverbote: Im Rahmen des Stakeholder Board Meetings im November 2020 wurden die Wochenend- und Nachtfahrverbote gemeinsam mit der Wirtschaft diskutiert. Darauf aufbauend wird eine vertiefende Evaluierung gestartet, mit nachfolgender Ausarbeitung von Empfehlungen.

Erkenntnisse aus abgeschlossenen Pilotprojekten

Logistikflächen: Im Rahmen des Pilotprojekts „Screening Logistikflächen“ wurde das Standort- und Flächenangebot für den Logistikbereich in den beiden Bundesländern Niederösterreich und Wien untersucht, kategorisiert und mit konkreten Empfehlungen hinterlegt. Sowohl quantitativ als auch qualitativ stehen aktuell ausreichend Flächen zur Verfügung, wobei es hier nun Mechanismen für eine effektive Sicherung der Flächen zu finden gilt. Seitens der Länder fließen die Ergebnisse in die Prüfung möglicher Steuerungsinstrumente sowie in die diversen Raumordnungsprogramme ein.

City Hub Wien: Das Projekt war insgesamt ein Erfolg und essentiell, um erste Erkenntnisse zu einer neuen Zustellform mit vorbeladenen Boxen in Kombination mit City Hubs und alternativen E-Fahrzeugen zu sammeln. Nach 3-monatigem Pilotbetrieb hat sich gezeigt, dass ein Zusteller mit Lastenrad gleich viele Pakete zustellen kann wie mit einem Transporter. Von einer Ausrollung ist man aufgrund der aktuellen Kosten und der technischen Anforderungen aber noch einige Schritte entfernt.

SCHNURRR: Die magnet-basierende Detektion für Ladezonen konnte in einem FFG-geförderten Projekt getestet werden. Die SCHNURRR Lösung funktioniert, ist aber für den Dauereinsatz in großem Umfang nicht geeignet.

Auszeichnungen, Veranstaltungen und Presseartikel

VCÖ Mobilitätspreis Österreich 2020: Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien wurde als bestes Projekt in der Kategorie „Transport, Logistik, Güterverkehr“ ausgezeichnet!

VCÖ Mobilitätspreis Niederösterreich 2020: Siegerprojekt unter 57 Einreichungen ist Nachhaltige Logistik 2030+!

Weitere Aktivitäten waren und sind:

für die Projektträger

DI Andrea Faast, DI Christian Popp, DI Angelika Winkler, Mag. Patrick Hartweg

für das Projektteam

Dr. Ferdinand Koch, denkstatt GmbH, und Mag. Jürgen Schrampf, ECONSULT Betriebsberatungs GmbH