ANTRIEB – Anreize zur betrieblichen Transportradnutzung

Transporträder statt Pkw: Potenziale für den betrieblichen Einsatz

Transporträder ersetzen im privaten Bereich zunehmend Pkw-Fahrten. Um dieses Potenzial auch im betrieblichen Kontext voll auszuschöpfen, braucht es gezielte Impulse und vor allem Wissen darüber, welche Branchen mit welchen Transporträdern und Informationen erfolgreich zum Umstieg motiviert werden können.

Genau hier setzt das FFG-Forschungsprojekt „ANTRIEB – Anreize zur betrieblichen Transportradnutzung“ an. Unser Fokus liegt dabei auf Betrieben im Service- und Dienstleistungsverkehr. Neben der Frage, wie Bund, Länder und Gemeinden die betriebliche Nutzung von Transporträdern unterstützen können, untersuchen wir insbesondere, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Mitarbeiter:innen Transporträder im Arbeitsalltag tatsächlich annehmen und nutzen.

Im Rahmen des Projekts konnten wir sieben Betriebe in Wien und Graz gewinnen, die E-Transporträder bis zu einem Jahr lang kostenlos testeten. Dabei erlebten sie die Chancen und Herausforderungen der betrieblichen Nutzung über alle vier Jahreszeiten hinweg; ein wertvoller Praxiseinblick für die zukünftige Ausgestaltung von Fördermaßnahmen und Umstiegsstrategien.

ProjektpartnerFactum – apptec ventures GmbH
TU Wien – FB Verkehrssytemplanung move
Verein IGF- Die Radvokaten
Grazer Energieagentur Ges.m.b.H
Heavy Pedals
Projektlaufzeit11/2023 bis 03/2026
FinanzierungDas Projekt ist ein von der FFG gefördertes Forschungsprojekt im Rahmen der Ausschreibung: Mobilität (2022) Städte und Digitalisierung
AnsprechpartnerKarin Ausserer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Factum – apptec ventures GmbH
Slamastraße 42, 1230 Wien
karin.ausserer@factum.at

1. Ausgangssituation, Problemstellung, Zielsetzung

Transporträder haben großes Potenzial für den städtischen (Personen)Wirtschaftsverkehr.  Die erfolgreiche Integration von Transporträdern in Betriebe erfordert eine sorgfältige Planung, angepasste Infrastruktur und spezialisierte Ausstattung sowie eine durchdachte Kombination aus praxisnaher Beratung, organisatorischer Offenheit und Motivation und Einbindung der Mitarbeitenden. Geeignete Rahmenbedingungen und unterstützende Maßnahmen wie Abstellmöglichkeiten, Wartungsverträge und realistische Kosten-Nutzen-Analysen können entscheidend zur Akzeptanz beitragen.

Beispiele aus der Praxis zeigen, dass Transporträder bereits in vielen Branchen verbreitet sind (z.B. Essenszustellung) im städtischen Service- und Dienstleistungsverkehr, besonders für Handwerker und lokale Dienstleistungen, aber noch kaum Verwendung finden.

Welche Anforderungen für eine innerbetriebliche Nutzung von Transporträdern im Service- und Dienstleistungsverkehr notwendig sind, ist Thema des Forschungsprojektes Antrieb – Anreize zur betrieblichen Transportradnutzung.

Dabei werden folgende Kernfragen behandelt:

  • Welche Maßnahmen und Anreize seitens des Bundes, Landes, Gemeinde sind erforderlich, damit mehr Betriebe Transporträder im Personenwirtschaftsverkehr anschaffen?
  • Welche Maßnahmen und Anreize sind erforderlich, damit Mitarbeiter:innen in den Betrieben angeschaffte Transporträder auch tatsächlich nutzen?

ANTRIEB soll dabei eine solide Erkenntnisgrundlage liefern, wie Servicebetriebe moderne E-Transporträder in ihre täglichen Betriebsaktivitäten integrieren können.

2. Projektbeschreibung

Im Rahmen des Projekts Antriebs analysiert das Forschungskonsortium bestehende innerstädtische Fördersysteme und arbeitet eng mit Betrieben sowie Interessenvertretungen zusammen, um die spezifischen Anforderungen geeigneter Branchen besser zu verstehen.

Zu Projektbeginn wurden jene Branchen sondiert, für die E-Transporträder aufgrund täglicher Anforderungen wie Wegelängen, Transportkapazitäten und betrieblicher Abläufe eine praktikable Alternative darstellen. Aufbauend darauf erfolgten Besuche von Best-Practice-Betrieben sowie Expert:inneninterviews. In weiterer Folge nahmen vier Betriebe in Wien und drei Betriebe in Graz an einem begleiteten Testbetrieb teil.

Parallel dazu wurde Wissen zu relevanten Rahmenbedingungen gesammelt und analysiert, insbesondere zu:

  • Förderlandschaft und rechtlichen Rahmenbedingungen
  • intermodalen Flottenkonzepten und Routing
  • Verhaltensänderung und Akzeptanz bei Mitarbeiter:innen

Nach Abschluss des Testbetriebs mit E-Transporträdern und durchwegs positiven Erfahrungen mit einem emissionsfreien Fuhrpark über alle Jahreszeiten hinweg entschieden sich vier der teilnehmenden Betriebe, dauerhaft auf Transporträder zu setzen und diese anzukaufen.

Einer dieser Betriebe ist der Rauchfangkehrerbetrieb von Christian Habacht mit Standorten im 21. und 15. Wiener Gemeindebezirk. Im 15. Bezirk sind die Mitarbeiter:innen inzwischen vollständig autofrei unterwegs und nutzen E-Transporträder sowie E-Bikes. Die Beschäftigten wurden mit individuell passenden Rädern ausgestattet, was zu der höchsten Nutzungsfrequenz aller Testbetriebe führte: Im Durchschnitt blieben die Räder pro Monat lediglich an fünf Arbeitstagen ungenutzt, die Wintermonate eingeschlossen.

Städtische Rauchfangkehrbetriebe verfügen über lokal klar abgegrenzte Geschäftsgebiete, wodurch kurze Distanzen und viele kurze Fahrten entstehen, ideale Voraussetzungen für den Einsatz von E-Transporträdern.

Ein anderes Bild zeigte sich beim Betrieb Ammon Raumbegrünung im Wiener Neubau. Hier wurde an einem Tag eine maximale Fahrdistanz von 60 km gemessen; insgesamt legte der Betrieb in zehn Testmonaten rund 1.080 km mit dem E-Transportrad zurück. Anders als bei Rauchfangkehrern verfügt Ammon über ein Einzugsgebiet im gesamten Wiener Stadtgebiet. Dennoch erwiesen sich E-Transporträder als besonders vorteilhaft, etwa in Fußgängerzonen mit Radfahrerlaubnis wie der Mariahilfer Straße.

Die zentralen Ergebnisse des Projekts sind:

  • ein Policy Paper für die öffentliche Hand, das konkrete Empfehlungen zur Unterstützung emissionsfreier, betrieblich genutzter Mobilitätslösungen liefert
  • ein Werkzeugkasten zur innerbetrieblichen Integration von Transporträdern sowie zur Motivation und Einbindung von Mitarbeiter:innen

3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+

Das Projekt zeigt, dass E-Transporträder bei geeigneten Rahmenbedingungen einen wesentlichen Beitrag zu einer klimaneutralen, flächeneffizienten und resilienten urbanen Logistik leisten können.

E-Transporträder stellen in unterschiedlichen Branchen eine praxistaugliche Alternative zum Kfz dar. Die Ergebnisse des Projekts liefern konkrete Handlungsgrundlagen für Betriebe und öffentliche Hand, um den Antriebswandel, intermodale Flotten und Verhaltensänderungen im Sinne von Logistik 2030+ gezielt zu beschleunigen.

Ergebnisse und Produkte zum Download

Info-Folder und Toolbox für Betriebe stehen unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: https://www.klimaentlaster.at/download 

Info-Folder (A5, 12 Seiten) – Einführung zu den wichtigsten betrieblichen Fragen 
Toolbox für Betriebe (A4, 11 Seiten) – Praxisnahe Tipps für Betriebe, die den Umstieg auf’s Transportrad überlegen 

© Projektkonsortiu, Fotos: Peter Provaznik

Nachhaltige Modernisierung des Logwin Logistik-Standorts Traiskirchen

Der Kontraktlogistikspezialist Logwin hat Anfang Dezember in einer Presseaussendung bekanntgegeben, dass er seinen Multi-User-Standort in Traiskirchen (Niederösterreich) für die Zukunft rüstet: Mit einer Investition von 2 Millionen Euro wird der Standort umfassend modernisiert, energetisch saniert und technologisch weiterentwickelt. Die Fertigstellung ist für das 2. Quartal 2026 geplant.

Kernmaßnahmen sind eine thermische Sanierung mit neuen Fenstern und Dacheindeckung, die vollständige Umrüstung auf LED-Beleuchtung sowie der Ausbau der Photovoltaikanlage zur Versorgung des bestehenden E-LKW-Ladeparks. Damit stärkt Logwin seine konsequente Ausrichtung auf CO-neutrale Logistikprozesse.

Parallel dazu treibt Logwin den Ausbau einer elektrischen Fahrzeugflotte für die urbane Belieferung in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland voran. Ergänzt wird die nachhaltige Transformation durch automatisierte Lagerprozesse mit modernen Kardex-Liftsystemen.

Mit rund 30.000 m² Lagerfläche für Kunden aus Fashion, Consumer Goods und Healthcare festigt Traiskirchen seine Rolle als leistungsfähiger, nachhaltiger Logistik-Hub der Zukunft.

Copyright: Logwin Logistics

Der Verkehr hat berichtet: https://www.verkehr.co.at/logwin-staerkt-standort-traiskirchen/

Aktuelle Datenerhebung: E-Commerce im Wandel: Paketboxen verändern die Logistik


Die aktuelle Daten-Erhebung im Kooperationsprojekt Green Turn unter 5.000 Personen in 5 Ländern zeigt: In Polen bevorzugen bereits 80 % der Konsumentinnen und Konsumenten die Zustellung an Paketboxen oder Abholstellen – ein Trend, der die Logistik optimiert und Stopps reduziert. In Österreich liegt die Quote bei 30 %, hier dominiert noch die Hauszustellung. Auffällig: In Wien holen 59 % ihre Pakete zu Fuß, während im Rest des Landes 57 % das Auto nutzen. Praktische Rückgabemöglichkeiten, flexible Fristen und nachhaltige Lieferformen sind beim Online-Shopping besonders wichtig.

Alle Informationen zum Projekt: https://www.logistik2030.at/greenturn/

Vorsichtiges Comeback bei Logistikimmobilien

Christian Vogt, Geschäftsführer DLH Real Estate Austria GmbH und Mitglied im Stakeholderboard von Logistik 2030+, sieht im Interview mit der Zeitschrift Verkehr ein vorsichtiges Comeback bei Logistikimmobilien.

Nach Jahren des Zweckoptimismus kehrt die Hoffnung in die Logistikimmobilienbranche zurück. Auf der Expo Real in München zeigte sich: Die Assetklasse Logistik gewinnt bei Banken und Investoren an Attraktivität – nicht mehr Masse, sondern Klasse zählt. Hochwertige Standorte, nachhaltige Konzepte und langfristige Perspektiven rücken in den Vordergrund. Besonders spannend: die wachsende Nachfrage aus Pharma und Defense sowie innovative Citylogistik-Projekte wie das City Logistik Center Simmering am Standort Schusslinie im 11. Wiener Gemeindebezirk, das als Kooperationsprojekt in die Plattform Logistik 2030+ aufgenommen wurde.

Details zum Projekt: https://www.logistik2030.at/clc-simmering-entwicklung-innovativer-citylogistikstandorte/

Lesen Sie hier das vollständige Interview in der Zeitschrift Verkehr: https://www.verkehr.co.at/klasse-statt-masse/


Von Wien in die Welt: Logistik 2030+ beim World Chambers Congress in Melbourne

Das gemeinsame Projekt „Nachhaltige Logistik 2030+“ von Wirtschaftskammer Wien, Wirtschaftskammer Niederösterreich, Stadt Wien und Land Niederösterreich hat internationale Aufmerksamkeit erlangt – beim World Chambers Congress in Melbourne, dem weltweit größten Branchentreffen der Handelskammern.
In der World Chambers Competition wurde Logistik 2030+ in der Kategorie „Best Collaboration of Chambers, Business and Government Project“ als Finalist nominiert.

„Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche Kooperationen zwischen Regionen, Kammern und Unternehmen nachhaltige wirtschaftliche und logistische Impulse setzen können“, betonte Andrea Faast, die Logistik 2030+ vor Ort präsentierte.

Weitere Infos:

World Chambers Congress
World Chambers Competition Finalists

Andrea Faast hat das Projekt Nachhaltige Logistik2030+ beim World Chambers Congress vorgestellt

Der Gleislückenschluss im ecoplus Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd ist fertiggestellt

Nach knapp vier Monaten Bauzeit verbindet die neue Trasse seit 20. Oktober 2025 die ecoplus Anschlussbahn direkt mit dem Gleis der Wiener Lokalbahnen. Damit wird die Bahnlogistik deutlich effizienter und die Anrainerinnen und Anrainer in Guntramsdorf entlastet. Güterzüge können nun ohne Umwege von rund 15 Kilometer direkt zum Stahlgroßhändler Frankstahl zufahren. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

OTS Aussendung

CLC Simmering – Entwicklung innovativer Citylogistikstandorte

Die DLH Real Estate Austria GmbH realisiert mit dem City Logistik Center Simmering im 11. Wiener Gemeindebezirk ein Pionierprojekt moderner Citylogistik auf einem bestehenden Industrieareal (Greyfield-Entwicklung).

Das Vorhaben steht für eine klimafreundliche, intermodale und ESG-konforme Logistik, die den Wirtschaftsstandort Wien langfristig stärkt.

Auf einer Grundstücksfläche von 15.424 m² entstehen 7.923 m² Nutzfläche, errichtet in nachhaltiger Bauweise mit angestrebter ÖGNI-Gold-Zertifizierung.

  • Kern des Projekts ist ein bi-modales Betreiberkonzept, das Straße und Schiene intelligent verbindet:
  • Ein eigener Gleisanschluss ermöglicht die Anlieferung von Waren per Bahn, während in zwei Hallen (Inbound/Outbound) der Weitertransport organisiert wird.

Bis zu 49 Elektro-Vans können gleichzeitig beladen und für die emissionsarme Feinverteilung in der Stadt eingesetzt werden.

Mit diesem einzigartigen Projekt setzt die DLH Real Estate Austria GmbH ein klares Zeichen für die Zukunft urbaner Logistik.

ProjektpartnerDLH Real Estate Austria GmbH
ProjektlaufzeitEntwicklung Q4 2025 bis Q4 2026
FinanzierungDLH Real Estate Austria GmbH
AnsprechpartnerDI Christian Vogt
Geschäftsführer
DLH Real Estate Austria GmbH
DC Tower 1
Donau-City-Straße 7/27 OG/Top A
1220 Wien Austria
cvogt@dlh-realestate.com

Mag Philipp Proske
Senior Project-/Transaction Manager
DLH Real Estate Austria GmbH
pproske@dlh-realestate.com

1. Ausgangssituation, Problemstellung, Zielsetzung

Wien zählt zu den am stärksten wachsenden Metropolregionen Europas, was nicht nur den Wohn- und Flächenbedarf erhöht, sondern auch die Anforderungen an die Versorgung der Stadt erheblich steigen lässt. Parallel dazu führen städtische Verdichtung, steigender Onlinehandel und der Anspruch an eine nachhaltige Stadtentwicklung zu neuen Herausforderungen für die Logistik.

Traditionelle Distributionsstrukturen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen: große Logistikzentren liegen häufig weit außerhalb des Stadtgebiets, wodurch lange Zufahrtswege, höherer Energieverbrauch und eine stärkere Verkehrsbelastung entstehen.

Die Stadt Wien benötigt eine effiziente, flächenschonende und zugleich klimafreundliche Logistik, um ihre Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Bisher fehlen jedoch ausreichend Konzepte für emissionsarme Citylogistik sowie eine systematische Nutzung des Schienennetzes im urbanen Güterverkehr.

Vor diesem Hintergrund setzt die DLH Real Estate Austria GmbH mit dem City Logistik Center (CLC) Simmering ein klares Zeichen für die Zukunft urbaner Logistik und entwickelt ein zukunftsfähiges Modell für die Versorgung einer wachsenden Stadt. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine bi-modale, also sowohl straßen- als auch schienengestützte Logistiklösung zu schaffen, die ökologische Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet.

2. Projektbeschreibung

Die DLH Real Estate Austria GmbH realisiert mit dem City Logistik Center Simmering am Standort Schusslinie im 11. Wiener Gemeindebezirk ein richtungsweisendes Logistikprojekt auf einem bestehenden Industrieareal (Greyfield Entwicklung).

Das Vorhaben steht für eine moderne, klimafreundliche und intermodale Logistik, die den Wirtschaftsstandort Wien langfristig stärkt.

Auf einer Grundstücksfläche von 15.424 m² entstehen 7.923 m² Nutzfläche, errichtet in nachhaltiger Bauweise nach ESG-Kriterien. Eine ÖGNI-Gold-Zertifizierung wird angestrebt.

Ziel ist die nachhaltige, emissionsarme Warenverteilung in Wien und Umgebung – von der Großanlieferung bis zur letzten Meile.

Das Projekt verfügt neben 6 Überladebrücken für klassische Belieferung auch über einen eigenen Gleisanschluss für die Anlieferung von Waren, welche über die beiden Hallen (Inbound und Outbound) verteilt werden und dann mit Elektro-Vans (Ladung von 49 Elektro-Vans gleichzeitig möglich) in die Stadt geliefert werden können. So wird Schiene und Straße zu einem innovativen Citylogistikkonzept vereint.

Mit seiner Lage direkt in Wien Simmering, bietet das Projekt optimale Voraussetzungen für eine effiziente, emissionsarme Belieferung des urbanen Raums. Das City Logistik Center leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine moderne, nachhaltige und vernetzte Logistikinfrastruktur für die Metropolregion Wien.

3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+

Die Initiative „Logistik 2030+“ der Bundesländer Wien und Niederösterreich sowie der Wirtschaftskammern Wien und Niederösterreich verfolgt das Ziel Logistikprozesse in der Region systematisch nachhaltiger, raumverträglicher und resilienter zu gestalten.

In diesem Kontext gilt das DLH City Logistik Center Simmering als Pionierprojekt, welches City Logistik neu denkt. Es kombiniert Straße und Schiene zu einem integrierten, bi-modalen Betreiberkonzept und zeigt, wie eine emissionsarme, effiziente und zukunftsfähige Warenverteilung im urbanen Raum funktionieren kann.

Durch die Revitalisierung eines bestehenden Industrieareals (Greyfield) entsteht ein hochmodernes Logistikzentrum, das Photovoltaik, E-Mobilität und Fernwärme in ein nachhaltiges Gesamtkonzept integriert. So werden bestehende Flächen optimal genutzt und gleichzeitig neue Standards für Dekarbonisierung, Intermodalität und Flächeneffizienz gesetzt.

Mit diesem Ansatz leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Ziele von Logistik 2030+ weil ein in Österreich einzigartiger Modellstandort für innovative, grüne und vernetzte Logistiklösungen geschaffen wird.

© Renderhouse-DLH

Zur Daten-Erhebung 2025: https://www.logistik2030.at/category/aktuelles/neuigkeiten/

Tipp: Umweltfreundlich transportieren

Sie möchten Güter klimafreundlich bewegen?

Das Online-Tool „Intermodaler Transport für eine bessere Umwelt“ wurde im Rahmen des Leitprojekts „PhysICAL“ entwickelt und zeigt, wie intermodaler Transport mit der Bahn weniger Kosten und weniger Umweltschäden produziert.

Unter https://imtraum.at können Sie prüfen, wie sich Ihre Transporte optimieren lassen – nach Kosten, Zeit und CO₂-Ausstoß.

Einfach Start, Ziel, Datum und Transportgut eingeben – fertig!

Stele Matchmaking

Veranstaltungshinweis: Matchmaking für eine nachhaltige Logistik der Zukunft

Im Oktober finden die STELE Matchmaking-Veranstaltungen statt.

STELE ist eine neue österreichische Plattform zur intelligenten Integration der Elektromobilität in die Stromnetze.

Das Ziel des Matchmakings: Unternehmen, Start-ups und Forschung miteinander vernetzen – und so neue Kooperationen für klimafreundliche, innovative Logistiklösungen anstoßen.

Donnerstag, 9. Oktober 2025 in Wien und 16. Oktober in St. Pölten

Auf dem Programm stehen:

  • Impulse aus Wirtschaft & Wissenschaft
  • Präsentation innovativer Logistiklösungen
  • Matchmaking-Sessions für konkrete Kooperationen

Jetzt anmelden und dabei sein:

https://stele.at/beteiligungsformate/matchmaking-veranstaltungen

klimaaktiv Konferenz 2025

Die klimaaktiv Konferenz 2025 zeigt, wie Gemeinden, Unternehmen und Haushalte den Wandel aktiv mitgestalten können. Ob durch energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Mobilität oder regionale Wertschöpfung – die Beispiele machen deutlich: Wer heute investiert, stärkt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität von morgen.

Die Konferenz bietet Raum für Austausch, Inspiration und Vernetzung. Gemeinsam wird gezeigt, wie aus Planungssicherheit und Verantwortung eine nachhaltige Zukunft wird – wirtschaftlich, sozial und ökologisch.

Termin: Montag, 6. Oktober 2025, 10-18 Uhr
Ort: ERSTE Campus, Am Belvedere 1, 1100 Wien
Moderation: Mari Lang

https://www.klimaaktiv.at/klimaaktiv-konferenz-2025

Citylogistik und Mikrohubs im Fokus

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Verkehr (September 2025) finden sich zwei spannende Interviews zu Logistik 2030+ Themen. Sarah Bittner-Krautsack erklärt über Wiens Weg zu nachhaltiger City-Logistik und die Bedeutung von Netzwerken. Spartenobmann Christian Holzhauser bezieht zu den Herausforderungen der City Logistik, die trotz des kontinuierlichen Fortschritts bestehen, Stellung.

SARI30 – (teil)autonome Güterwagen auf der Schiene

SARI30 – Selfpropelled Autonomous Railcar Integration by 2030 ist eine zukunftsweisende Initiative der Rail Cargo Group zur Bewältigung zentraler Herausforderungen im Kurzstreckenschienenverkehr, insbesondere im First-/Last-Mile-Bereich sowie im Einzelwagenverkehr.

Ziel der Initiative ist die Entwicklung und Zulassung von (teil-)autonom fahrenden Güterwagen, die selbstständig Kurzstrecken befahren und Verschubbewegungen durchführen können. Das erste Projekt innerhalb von SARI30 trägt den Arbeitstitel „Lumberjack“. Dabei handelt es sich um einen konkreten Anwendungsfall bei einem Kunden im Süden Österreichs. Dieser verfügt über zwei Standorte mit Anschlussgleisen, die 17km voneinander entfernt liegen und über ein öffentliches Sekundärnetz verbunden sind. Durch den Einsatz (teil-)autonom fahrender Güterwagen können in diesem Fall bis zu 4.000 LKW-Fahrten von der Straße auf die Schiene verlagert werden – und das zu einem attraktiven Preis, der mit dem der Straße mithalten kann.

ProjektpartnerFür die Umsetzung von „Lumberjack“ arbeiten wir mit verschiedenen Projektpartnern zusammen – sowohl auf Kundenseite als auch im Rahmen einer Förderung.
 
Projektpartner, die als Kunde & Technologieanbieter auftreten:
Unser Kunde ist zugleich Projektpartner, da er die Initiative ergriffen hat und bereit ist, die ersten Demonstrator-Wagen bei sich einzusetzen. Ein weiterer Projektpartner ist der Anbieter der Komponenten und des Systems, mit denen zwei bestehende Güterwagen der Rail Cargo Group so ausgerüstet werden, dass sie (teil-) autonom fahren können.
 
Projektpartner im Rahmen einer erhaltenen Förderung:
Eine Phase des Projekts „Lumberjack“ wurde im Zuge der FFG-Ausschreibung rail4climate eingereicht und zur Förderung angenommen. Für die geförderte Phase ergeben sich folgende Projektpartner:
– FH St. Pölten
– FH Oberösterreich
– ECONSULT
– SSC Railtec
Um das Projekt „Lumberjack“ erfolgreich umzusetzen, sind außerdem die ÖBB Technische Services, ÖBB INFRA sowie das Austrian Institute of Technology (AIT) eng eingebunden.
Projektlaufzeit07/2024 bis 12/2026
FinanzierungNeben Eigenmitteln der Rail Cargo Austria, wurde eine Phase des Projekts „Lumberjack“ mit der Rail4Climate-Förderung dotiert. Für die darauffolgende Phase ist eine weitere Einreichung geplant.
AnsprechpartnerSebastian Sperker
Head of Service Design
Rail Cargo Group
Am Hauptbahnhof 2, 1100 Wien
Sebastian.sperker@railcargo.com

1. Ausgangssituation, Problemstellung, Zielsetzung

Der Einzelwagenverkehr ist mit einem Anteil von 30% an den Verkehrsleistungen der Rail Cargo Group ein wichtiger Geschäftszweig, der unter anderem für österreichische KMUs und das Erreichen der Modal-Split-Ziele von großer Bedeutung ist. Zugleich ist ein wirtschaftlicher und zukunftsfähiger Betrieb des EWV in seiner aktuellen Form nicht möglich. Das zeigt auch der Blick auf unsere Nachbarländer. Italien hat den EWV bereits abgeschafft, in Deutschland wird aktuell intensiv darüber nachgedacht. Die Gründe dafür sind bekannt: Der EWV ist arbeitsintensiv, das notwendige Personal gerade in der Fläche nur schwer zu finden. Darüber hinaus ist der Verschub in der ersten und letzten Meile zeitintensiv und viele Dieselloks erreichen bald das Ende ihrer Laufzeit. Aus diesen und anderen Gründen braucht es neue Ideen, die den EWV in eine nachhaltige Zukunft führen – gerade in Zeiten, in denen der E-LKW zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Ziel von SARI30 ist es, dem wachsenden Fachkräftemangel – insbesondere bei Triebfahrzeugführer:innen und Verschubmitarbeiter:innen – wirksam entgegenzuwirken, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs langfristig zu sichern und neue, zukunftsweisende Geschäftsfelder für die Rail Cargo Group zu erschließen.

2. Projektbeschreibung

SARI30 steht für „Self-propelled Autonomous Railcar Integration by 2030“. Bei der RCG-Forschungs- und Entwicklungsinitiative handelt es sich um einen hochautomatisiert fahrenden Güterwagen für die erste und letzte Meile, der den heute teuren und ineffizienten Einzelwagenverkehr in eine wirtschaftlich nachhaltige Zukunft führen soll. SARI30-Güterwagen sind batteriebetrieben und sollen den Vor- und Nachlauf künftig ohne Triebfahrzeugführer:in und Verschubpersonal bewältigen. Darüber hinaus soll SARI30 eine nahtlose Integration in den Hauptlauf ermöglichen und durch den Verzicht auf mit Diesel angetriebene Verschubloks auch die Energiebilanz unserer Gütertransporte verbessern.

Obwohl die erforderlichen Technologien bereits vorhanden sind, fehlt derzeit der regulatorische Rahmen sowie eine entsprechende Zulassungsgrundlage, um diese innovativen Fahrzeuge im operativen Betrieb einzusetzen. SARI30 setzt genau hier an und schafft die Voraussetzungen für neue, wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle im Schienengüterverkehr der Zukunft.

Das erste Projekt der Initiative ist „Lumberjack“. In Zusammenarbeit mit einem Kunden in Kärnten wird der Betrieb eines selbstfahrenden Güterwagens für den Holztransport geprüft. Das Einsatzszenario sieht dabei den Transport zwischen zwei 17 Kilometer voneinander getrennten Kundenstandorten vor, die jeweils über ein Anschlussgleis verfügen. Mit SARI30 möchten wir beweisen, dass die Schiene mit dem LKW mithalten – und ihn im besten Fall auch schlagen kann. Unser Ziel ist es, 60.000 Tonnen Holz, die mit 4.000 LKW-Fahrten pro Jahr bewerkstelligt werden, komplett auf die Schiene zu verlagern. Wenn wir dieses Projekt mit den bestehenden Mitteln des klassischen Verschubs angehen würden, übersteigen unsere Kosten die des LKW um das Vierfache. Mit SARI30 hingegen können wir zum Preis des LKW anbieten.

3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+

SARI30 und das Projekt „Lumberjack” leisten auf mehreren Ebenen einen nachhaltigen und zukunftsweisenden Beitrag zur Weiterentwicklung des Einzelwagenverkehrs (EWV) und zur Stärkung des Schienengüterverkehrs in Österreich und Europa:

Reaktivierung ungenutzter Infrastruktur: Brachliegende Anschlussgleise und Streckenabschnitte werden wieder nutzbar gemacht – eine Aufwertung bestehender Ressourcen.

Erhöhung Attraktivität der Schiene & Wettbewerbsfähigkeit im Transportsektor

Erschließung neuer Märkte & Geschäftsmodelle: Das Projekt eröffnet neue Anwendungsfelder, erhöht die Attraktivität der Schiene und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit im Transportsektor.

Erhaltung des Einzelwagenverkehrs für die österreichische Wirtschaft

Da sich in der Region Niederösterreich-Wien österreichweit die meisten Abschlussbahnen und Verladestellen finden, werden bereits in der ersten Projektphase mögliche künftige Anwendungs- und Einsatzfälle in dieser Region evaluiert.

Abfederung des Fachkräftemangels: Dem zunehmenden Personalmangel im Verschubbereich wird entgegengesteuert.

Reduktion des Förderbedarfs: Durch effizientere Prozesse und autonome Technologien kann die langfristige Abhängigkeit des EWV von Förderungen schrittweise reduziert werden.

Zukunftsfähige Entwicklung: Es werden proaktiv Rahmenbedingungen für den sicheren Einsatz autonom fahrender Güterwagen auf Nebenstrecken geschaffen.

Stärkung des Modal Splits: Das Projekt trägt aktiv zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene bei – ein zentraler Beitrag zur Erreichung verkehrs- und klimapolitischer Ziele.

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