Spätestens ab Juli 2027 wird die eFTI-Verordnung in der Europäischen Union vollständig anwendbar sein. Behörden der Mitgliedstaaten müssen dann elektronische Frachtbeförderungsinformationen akzeptieren, sofern diese über entsprechende Systeme bereitgestellt werden. Vor diesem Hintergrund entwickelt die ARAplus GmbH mit der DiGiDO eFTI-Pilot-Plattform eine Lösung zur digitalen Bereitstellung und Verarbeitung von Transportdaten gemäß den Anforderungen der eFTI-Verordnung.
Das Projekt umfasst die technische Entwicklung der Plattform, die Integration eines Pilotpartners sowie die Vorbereitung von Kommerzialisierung und Rollout. Im Rahmen der Pilotierung sollen neben den geforderten Business-to-Administration-Funktionen zusätzliche Anwendungsfälle entwickelt und getestet werden, um die Digitalisierung von Transportdaten voranzutreiben.
| Projektpartner | ARAplus GmbH Kerschner Umweltservice und Logistik GmbH |
| Projektlaufzeit | 07/2026 – 06/2027 |
| Finanzierung | Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) gefördert und im Rahmen des Programms Logistikförderung durch die Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft mbH (SCHIG mbH) abgewickelt. |
| Ansprechpartner | Constantin Gessner Produktmanager ARAplus GmbH / DIGIDO GmbH Mariahilfer Straße 123 constantin.gessner@digido.at |
1. Ausgangssituation, Problemstellung, Zielsetzung
Am 20. August 2020 trat die EU-Verordnung 2020/1056 über elektronische Frachtbeförderungsinformationen (eFTI) in Kraft. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, gesetzlich vorgeschriebene Informationen bei der Güterbeförderung in elektronischer Form zu akzeptieren, wenn diese in einem vorgegebenen Format und über entsprechende Plattformen bereitgestellt werden.
Spätestens im Jahr 2027 müssen alle EU-Mitgliedstaaten über harmonisierte Systeme verfügen, um elektronische Frachtinformationen akzeptieren zu können. Aktuell wird im Rahmen des EU-Projekts eFTI4EU auf nationaler Ebene eine österreichische Testplattform umgesetzt. Das Projekt DiGiDO eFTI-Pilot-Plattform verfolgt die Zielsetzung, eine eFTI-Plattform eines privatwirtschaftlichen Betreibers in Österreich zu entwickeln und zu pilotieren. Die Lösung soll an die bestehende DiGiDO-Plattform angebunden werden, sodass bestehende Kunden und ERP-Systeme künftig eFTI-fähig werden können.
2. Projektbeschreibung
Das Projekt wird von ARAplus und Kerschner Umweltservice und Logistik sowie einem ERP-Dienstleister umgesetzt und ist in vier Arbeitspakete gegliedert.
Im Arbeitspaket Projektmanagement erfolgen Koordination, Administration, Kommunikation und Dokumentation des Vorhabens. Das Arbeitspaket Technische Entwicklung eFTI-Pilot-Plattform umfasst die Entwicklung der Plattform, die Schaffung der erforderlichen Schnittstellen, die Integration bestehender DiGiDO-Funktionen sowie die Umsetzung definierter Use Cases. Im Arbeitspaket Systemerweiterung und Partnerintegration wird die Anbindung des ERP-Systems Systems beim Pilotpartner Kerschner umgesetzt und im praktischen Betrieb getestet. Das Arbeitspaket Kommerzialisierung und Rollout beinhaltet die Entwicklung eines Geschäftsmodells, die Vorbereitung einer Zertifizierung beziehungsweise Auditierung der Plattform sowie die Einbindung einer Stakeholdergruppe und die Vorbereitung der Markteinführung.
Im Pilotprojekt werden drei Anwendungsfälle umgesetzt und getestet:
- eine Beladestelle / eine Entladestelle
- eine Beladestelle / mehrere Entladestellen
- mehrere Beladestellen / eine bis mehrere Entladestellen
3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
Die DiGiDO eFTI-Pilot-Plattform unterstützt die Umsetzung europaweit einheitlicher Standards für elektronische Frachtbeförderungsinformationen und adressiert den Schwerpunkt elektronische Frachtbeförderungsinformation (eFTI) und „Paperless Logistics“.
Erwartete Wirkungen des Projekts sind die Förderung der Digitalisierung von Frachtbeförderung und Logistikdiensten, die Verbesserung der Informations- und Datenqualität entlang der Transportkette, die Vereinfachung behördlicher Kontrollen, die Automatisierung von Abläufen zwischen Unternehmen und Behörden sowie die Verringerung administrativer Aufwände. Darüber hinaus sollen Ressourcen, Energie, Rohstoffe und Papier durch die Digitalisierung eingespart werden. Die Pilotplattform soll zudem die Grundlage schaffen, um mit Inkrafttreten der eFTI-Verordnung im Jahr 2027 entsprechende Services für Wirtschaftsbeteiligte anbieten zu können und damit die Digitalisierung von Transportdaten zu beschleunigen.

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