Die aktuelle Daten-Erhebung im Kooperationsprojekt Green Turn unter 5.000 Personen in 5 Ländern zeigt: In Polen bevorzugen bereits 80 % der Konsumentinnen und Konsumenten die Zustellung an Paketboxen oder Abholstellen – ein Trend, der die Logistik optimiert und Stopps reduziert. In Österreich liegt die Quote bei 30 %, hier dominiert noch die Hauszustellung. Auffällig: In Wien holen 59 % ihre Pakete zu Fuß, während im Rest des Landes 57 % das Auto nutzen. Praktische Rückgabemöglichkeiten, flexible Fristen und nachhaltige Lieferformen sind beim Online-Shopping besonders wichtig.
Christian Vogt, Geschäftsführer DLH Real Estate Austria GmbH und Mitglied im Stakeholderboard von Logistik 2030+, sieht im Interview mit der Zeitschrift Verkehr ein vorsichtiges Comeback bei Logistikimmobilien.
Nach Jahren des Zweckoptimismus kehrt die Hoffnung in die Logistikimmobilienbranche zurück. Auf der Expo Real in München zeigte sich: Die Assetklasse Logistik gewinnt bei Banken und Investoren an Attraktivität – nicht mehr Masse, sondern Klasse zählt. Hochwertige Standorte, nachhaltige Konzepte und langfristige Perspektiven rücken in den Vordergrund. Besonders spannend: die wachsende Nachfrage aus Pharma und Defense sowie innovative Citylogistik-Projekte wie das City Logistik Center Simmering am Standort Schusslinie im 11. Wiener Gemeindebezirk, das als Kooperationsprojekt in die Plattform Logistik 2030+ aufgenommen wurde.
Die DLH Real Estate Austria GmbH realisiert mit dem City Logistik Center Simmering im 11. Wiener Gemeindebezirk ein Pionierprojekt moderner Citylogistik auf einem bestehenden Industrieareal (Greyfield-Entwicklung).
Das Vorhaben steht für eine klimafreundliche, intermodale und ESG-konforme Logistik, die den Wirtschaftsstandort Wien langfristig stärkt.
Auf einer Grundstücksfläche von 15.424 m² entstehen 7.923 m² Nutzfläche, errichtet in nachhaltiger Bauweise mit angestrebter ÖGNI-Gold-Zertifizierung.
Kern des Projekts ist ein bi-modales Betreiberkonzept, das Straße und Schiene intelligent verbindet:
Ein eigener Gleisanschluss ermöglicht die Anlieferung von Waren per Bahn, während in zwei Hallen (Inbound/Outbound) der Weitertransport organisiert wird.
Bis zu 49 Elektro-Vans können gleichzeitig beladen und für die emissionsarme Feinverteilung in der Stadt eingesetzt werden.
Mit diesem einzigartigen Projekt setzt die DLH Real Estate Austria GmbH ein klares Zeichen für die Zukunft urbaner Logistik.
Projektpartner
DLH Real Estate Austria GmbH
Projektlaufzeit
Entwicklung Q4 2025 bis Q4 2026
Finanzierung
DLH Real Estate Austria GmbH
Ansprechpartner
DI Christian Vogt Geschäftsführer DLH Real Estate Austria GmbH DC Tower 1 Donau-City-Straße 7/27 OG/Top A 1220 Wien Austria cvogt@dlh-realestate.com
Mag Philipp Proske Senior Project-/Transaction Manager DLH Real Estate Austria GmbH pproske@dlh-realestate.com
Wien zählt zu den am stärksten wachsenden Metropolregionen Europas, was nicht nur den Wohn- und Flächenbedarf erhöht, sondern auch die Anforderungen an die Versorgung der Stadt erheblich steigen lässt. Parallel dazu führen städtische Verdichtung, steigender Onlinehandel und der Anspruch an eine nachhaltige Stadtentwicklung zu neuen Herausforderungen für die Logistik.
Traditionelle Distributionsstrukturen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen: große Logistikzentren liegen häufig weit außerhalb des Stadtgebiets, wodurch lange Zufahrtswege, höherer Energieverbrauch und eine stärkere Verkehrsbelastung entstehen.
Die Stadt Wien benötigt eine effiziente, flächenschonende und zugleich klimafreundliche Logistik, um ihre Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Bisher fehlen jedoch ausreichend Konzepte für emissionsarme Citylogistik sowie eine systematische Nutzung des Schienennetzes im urbanen Güterverkehr.
Vor diesem Hintergrund setzt die DLH Real Estate Austria GmbH mit dem City Logistik Center (CLC) Simmering ein klares Zeichen für die Zukunft urbaner Logistik und entwickelt ein zukunftsfähiges Modell für die Versorgung einer wachsenden Stadt. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine bi-modale, also sowohl straßen- als auch schienengestützte Logistiklösung zu schaffen, die ökologische Nachhaltigkeit mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet.
2. Projektbeschreibung
Die DLH Real Estate Austria GmbH realisiert mit dem City Logistik Center Simmering am Standort Schusslinie im 11. Wiener Gemeindebezirk ein richtungsweisendes Logistikprojekt auf einem bestehenden Industrieareal (Greyfield Entwicklung).
Das Vorhaben steht für eine moderne, klimafreundliche und intermodale Logistik, die den Wirtschaftsstandort Wien langfristig stärkt.
Auf einer Grundstücksfläche von 15.424 m² entstehen 7.923 m² Nutzfläche, errichtet in nachhaltiger Bauweise nach ESG-Kriterien. Eine ÖGNI-Gold-Zertifizierung wird angestrebt.
Ziel ist die nachhaltige, emissionsarme Warenverteilung in Wien und Umgebung – von der Großanlieferung bis zur letzten Meile.
Das Projekt verfügt neben 6 Überladebrücken für klassische Belieferung auch über einen eigenen Gleisanschluss für die Anlieferung von Waren, welche über die beiden Hallen (Inbound und Outbound) verteilt werden und dann mit Elektro-Vans (Ladung von 49 Elektro-Vans gleichzeitig möglich) in die Stadt geliefert werden können. So wird Schiene und Straße zu einem innovativen Citylogistikkonzept vereint.
Mit seiner Lage direkt in Wien Simmering, bietet das Projekt optimale Voraussetzungen für eine effiziente, emissionsarme Belieferung des urbanen Raums. Das City Logistik Center leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine moderne, nachhaltige und vernetzte Logistikinfrastruktur für die Metropolregion Wien.
3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
Die Initiative „Logistik 2030+“ der Bundesländer Wien und Niederösterreich sowie der Wirtschaftskammern Wien und Niederösterreich verfolgt das Ziel Logistikprozesse in der Region systematisch nachhaltiger, raumverträglicher und resilienter zu gestalten.
In diesem Kontext gilt das DLH City Logistik Center Simmering als Pionierprojekt, welches City Logistik neu denkt. Es kombiniert Straße und Schiene zu einem integrierten, bi-modalen Betreiberkonzept und zeigt, wie eine emissionsarme, effiziente und zukunftsfähige Warenverteilung im urbanen Raum funktionieren kann.
Durch die Revitalisierung eines bestehenden Industrieareals (Greyfield) entsteht ein hochmodernes Logistikzentrum, das Photovoltaik, E-Mobilität und Fernwärme in ein nachhaltiges Gesamtkonzept integriert. So werden bestehende Flächen optimal genutzt und gleichzeitig neue Standards für Dekarbonisierung, Intermodalität und Flächeneffizienz gesetzt.
Mit diesem Ansatz leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Ziele von Logistik 2030+ weil ein in Österreich einzigartiger Modellstandort für innovative, grüne und vernetzte Logistiklösungen geschaffen wird.
Die Mobilitätswende im urbanen Wirtschaftsverkehr stellt Kommunen vor große Herausforderungen. KoGoMo-PRO entwickelt innovative Governance-Prozesse, um Städte und Regionen bei der Umsetzung nachhaltiger Mobilitätslösungen gezielt zu unterstützen. Der Fokus liegt auf kooperativen, flexiblen und agilen Steuerungsformen, die sowohl strategische Impulse von oben („top-down“) als auch Innovationen aus Markt und Gesellschaft („bottom-up) integrieren.
Am Beispiel zweier konkreter Anwendungsfälle in Wien (1) emissionsarme Baulogistkflächen und (2) Ladeinfrastruktur für e-Trucks, werden Methoden, Werkzeuge und vergabefähige Dienstleistungen praxisnah erprobt. Ziel ist ein übertragbarer, transparenter Governance-Kernprozess mit modular angepassten Elementen. KoGoMo-PRO bringt Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Sinne der Quadruple Helix zusammen und schafft kollaborative Umgebungen zur gemeinsamen Lösungsentwicklung. Mithilfe von Predictive Governance und Social Disturbance-Analysen werden zuküftige Anforderungen antizipiert und soziale Akzeptanz gestärkt. Agile Teams und ein EU-weiters Sounding Board garantieren Praxisnähe, Flexibilität und Transferfähigkeit. Die im Projekt entwickleten Modelle sollen als Blaupause für weitere Kommunien in Österreich und im Ausland dienen.
Projektpartner
Thinkport VIENNA – logistics innovations hub. Verein zur Förderung von Innovationen in der Logistik (Konsortialführung) Institut für Produktionswissenschaft und Logistik der Universität für Bodenkultur Hafen Wien GmbH
Projektlaufzeit
09/2025 bis 12/2027
Finanzierung
FFG (BMIMI) Finanzierung
Ansprechpartner
Mag. Martin Posset Thinkport VIENNA – logistics innovations hub. Verein zur Förderung von Innovationen in der Logistik Projektleitung Thinkport VIENNA – logistics innovations hub. Verein zur Förderung von Innovationen in der Logistik posset@thinkportvienna.at
Die Mobilitätswende ist eine zentrale Herausforderung für öffentliche Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Besonders im Wirtschaftsverkehr sind ökonomische, soziale und ökologische Anforderungen komplex und dringlich. Obwohl Impulse aus der Wirschaft, Gesellschaft und Wissenschaft kommen, liegt die Verantwortung für die konkrete Umsetzung bei der Verwaltung. Diese gestaltet den Wandel jedoch häufig reaktiv, ohne systematische, abgestimmte Governance-Strukturen. Bereits vorhandene Lösungskonzepte führen nur dann zu Veränderungen, wenn sie in abgestimmte umsetzbare Prozesse eingebettet sind. Dafür braucht es neue Formen des kollektiven, partizipativen Handelns und der Governance. thinkport VIENNA (TPV) bringt hierfür umfangreiche Erfahrungen und ein starkes Stakeholder-Netzwerk mit.
Problemstellung
Trotz zahlreicher Innovationsimpulse fehlt es Kommunen an:
klaren, standadisierten Governance-Prozessen
strukturierten Ansprechpartner:innen für Innovationen
Ressourcen und Know-how zur Operationalsierung von Konzepten,
geeigneten Werkzeugen zur Vergabe und Umsetzung innovativer Mobilitätslösungen.
Die derzeitige Entwicklung erfolgt häufig isoliert und wenig koordiniert und ohne systematische Wiederholbarkeit. Daraus ergibt sich eine geringe Umsetzungsquote vielversprechender Ideen und ein langsamer Forschritt bei der Mobilitätswende, insbesondere im Bereich urbaner Gütermobilität.
Zielsetzung
KoGoMo-PRO hat das Ziel, die Mobilitätswende im Wirtschaftsverkehr durch harmonisierte, praxisnahe und wiederholbare Governance-Prozesse aktiv zu unterstützen. Konkret werden:
reale Governance-Anwednungsfälle (GAF) in Wien analysisert und pilotiert,
klare, agile Prozessstrukturen entwickelt,
Methoden und Werkzeuge zur Governance Optimierung bereitgestellt,
vergabefähige Dienstleistungen konzipiert, und
soziale Spannungen (Social Disturbances) identifiziert und adressiert.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Förderung von Gleichstellung, der Integration von Gender-Aspekten und der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Vor allem SDG13 (Klimaschutz), SDG9 (innovation), SDG8 (Abeit) und SDG11 (nachhaltige Städte).
2. Projektbeschreibung
KoGoMo-PRO zielt darauf ab, innovative Governance-Prozesse zu entwicklen, die Städte und Regionen bei der erfolgreichen Umsetzung der Mobiltätswende im Wirtschaftsverkehr unterstützen. Aufbauend auf langjähriger Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und relevanten Stakeholdern reagiert das Projekt auf die Erkenntnis, dass bestehende Prozesse nicht ausreichen, um vielversprechende Konzepte effektiv und zeitnah in umsetzbare Transformationsprozesse zu überführen. Viele Akteu:innen erkennen die Symptome, aber nicht die strukturellen Ursachen für die Umsetzungsbarrieren.
Der besondere Ansatz von KoGoMo-PRO liegt darin, diese „gläserne Decke“ systematisch zu durchbrechen. Das Projekt basiert auf konkreten Praxiserfahrungen und wird von einem erfahrenen Konsortium getragen (TPV, HWI, BOKU-PWL), das auf Vertrauen, bestehnde Kooperationen und hohes Problembewusstsein aufbauen kann. Zentral für das Projekt sind zwei reale Governance-Anwendungsfälle (GAF):
GAF 1: Nutzung und Koordination städtischer (Re-Use)Flächen für emissionsarme Baulogistik,
GAF 2: Aufbau von Ladeinfrastruktur für E-Nutzfahrzeuge im semi-öffentlichen Raum.
In beiden Fällen geht es darum, kooperativ mit Verwaltung und Wirtschaft neue Verfahren, flexible Strukturen und vergabefähige Dienstleistungen zu erproben und soziale Spannungen frühzeitig zu identifizieren. Der Fokus liegt auf der Etablierung harmonisierter, adaptiver und partizipativer Governance-Prozesse, die sich auf andere Städte und Regionen übertragen lassen. KoGoMo-PRO kombiniert wissenschaftlich fundierte Methoden und vergleichende Fallstudien mit agilen, praxsisnahen Formaten. Die betroffenen Stakehoder werden aktiv eingebunden, um gemeinsam Prozesse zu gestalten und soziale Akzeptanz sicherzustellen. Das Projekt zielt darauf ab skalierbare Governance-Kernprozesse für Kommunen und modulare Werkzeuge und Dienstleistungen zur Umsetzung nachhaltiger Mobilitätslösungen zu liefern. Es geht über den State-of-the-Art hinaus, indem es nicht nur von Governance spricht, sondern sie anhand der konkreten Anwendungsfälle (GAF1 und GAF2) ko-kreativ entwickelt, testet und für die Praxis verfügbar macht.
3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
KoGoMo-PRO leistet einen substanziellen Beitrag zur Initative „Nachhaltige Logistik 20230+ Niederösterreich + Wien“, indem es gezielt neue, innovative Governance-Prozesse für die urbane Logistik entwickelt, praktisch erprobt und in kommunale Strukturen übertragt. Eine enge Verbingung zwischen dem Projekt und der Initiative besteht durch den Projektpartner Hafen Wien, dessen Abteilungsleitung Mitglied im Stakehoder Board von Logistik 2030+ ist. Diese personelle Verknüpfung garantiert inhaltliche Abstimmung und Wissenstransfer zwischen den beiden Programmen. KoGoMo-PRO fokussiert auf zwei reale Anwendungsfälle der urbanen Logstik in Wien. Durch den Einsatz partizipativer und agiler Methoden fördert das Projekt eine systemische Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft (Quadrupel Helix). Ziel ist es, nicht nur Prozesse zu verbessern, sondern auch die Akzeptanz und Umsetzbarkeit innovativer Lösungen zu steigern, was auch ein zentrales Anliegen von Logistik 2030+ ist. TPV, die Konsortialführung von KoGoMO-PRO, agiert dabei als zentrale Wissens- und Netzwerkdrehscheibe. Durch seine ausgeprägte Vernetzungskompetenz trägt TPV dazu bei, die entwickelten Governance-Prozesse und vergabefähigen Dienstleistungen in andere Kommunen und Regionen Österreichs zu übertragen. Dieser Wissentranfer stärkt die Wirkung über Wien hinaus und entspricht dem überregionalen Anspruch von Logistik 2030+. Insgesamt unterstützt KoGoMo-PRO die Ziele von Logistik 2030+, inbesondere in den Bereichen effizientere Zusammenarbeit, nachhaltige Prozessgestaltung, praxisorientierte Pilotierung und strategische Vernetzung und ergänzt die Initative um konkrete Governance-Innovationen für die urbane Logistik.
Ziel des Projekts Ladezonen Rechner 4.0 ist die Weiterentwicklung des von der TU Wien entwickelten Ladezonenrechners zu einem praxisnahen, digitalen GIS-Tool für das Ladezonenmanagement in Wien – insbesondere in Stadtentwicklungs- und Neubaugebieten. Das Tool basiert auf einer Kennwertmatrix, die aus einer Vorstudie zum Lieferverkehr hervorgeht, und ermöglicht eine bedarfsgerechte Planung und Dimensionierung von Ladezonen unter Berücksichtigung betrieblicher und wohnungsbezogener Faktoren.
Erstmals kommt der Ladezonenrechner im Rahmen einer „Grätzl-Ladezone“ zum Einsatz. Im Unterschied zu herkömmlichen Ladezonen können diese ohne konkreten Antragsteller eingerichtet werden und stehen sowohl privaten Personen als auch Betrieben für das kurzfristige Be- und Entladen (bis max. 10 Minuten) zur Verfügung. Damit reagiert das Projekt auf den steigenden Nutzungsdruck im öffentlichen Raum sowohl durch Private als auch durch Lieferverkehre.
Projektpartner
Wirtschaftskammer Wien (Lead) Stadt Wien – MA18 Stadt Wien – MA28 Stadt Wien – MA46 Technische Universität Wien, Institut für Raumplanung, Forschungsbereich Verkehrssystemplanung MOVE
Projektlaufzeit
03/2025 bis laufend
Finanzierung
Das Projekt wird zur Gänze durch die Wirtschaftskammer Wien finanziert
Ansprechpartner
DI Andrea Faast Leiterin Standort- und Infrastrukturpolitik Wirtschaftskammer Wien Straße der Wiener Wirtschaft 1 1020 Wien standortpolitik@wkw.at
Ladezonen sind in der Regel auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Betriebe zugeschnitten. Dies betrifft vor allem die räumliche Lage, die Länge und zeitliche Gültigkeit der Ladezonen. Gleichzeitig besteht oftmals der Bedarf an Flächenangebot zum kurzzeitigen Abstellen von Fahrzeugen für Zustell- und Lieferzwecke. Vor allem KEP-Dienstleister (Paketauslieferer:innen) stehen in Wohngebieten vor den Herausforderungen, Abstellplätze für ihre LKW zu finden, etwa in Wohngebieten wie der Seestadt Aspern oder auch in der Großfeldsiedlung. Hier sind oftmals keine entsprechenden Zonen vorhanden, dennoch bekommen Bewohner:innen Pakete geliefert. Dies führt zu unerlaubtem Halten in zweiter Spur oder auf Gehsteigvorziehungen.
Um diese Problem zu beheben und auch für künftige Stadtentwicklungsgebiete die Logistik und Ladezonen gleich mit zu denken, ist es essentiell das Tool des Ladezonen-Rechners weiterzuentwickeln und auch auf für Stadterneuerungsgebiete anwenden zu können. Diese Weiterentwicklung ermöglicht es durch den Ladezonenrechner zusätzliche Ladezonen in Form von Grätzl-Ladezonen zu schaffen.
2. Projektbeschreibung
Im Zuge des steigenden Nutzungsdrucks auf den öffentlichen Raum – insbesondere im Bereich der Lade- und Liefertätigkeiten – hat die Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit der TU Wien ein GIS-basiertes Tool entwickelt, das eine bedarfsgerechte und effiziente Verteilung von Ladezonen im Stadtgebiet ermöglicht. Ziel ist es, illegale Haltevorgänge zu reduzieren, bestehende Ladezonen zu optimieren und neue Zonen auch ohne konkrete/n Antragsteller:in bedarfsgerecht auszuweisen. Dabei werden sowohl betriebliche Anforderungen als auch die Wohnsituation im jeweiligen Stadtteil berücksichtigt.
Der sogenannte „Ladezonenrechner“ greift auf umfangreiche Daten zu – darunter Informationen zu Betrieben, Bewohner:innen und dem lokalen Lieferverkehr – und berechnet daraus die optimale Lage und Dimensionierung von Ladezonen. Das Tool liefert unter anderem Auswertungen zur täglichen Verteilung des Lieferverkehrs nach Fahrzeugtypen, zur Anzahl der Sendungen pro Zone, zur notwendigen Dimensionierung für einen Stellplatz sowie zur Darstellung des Einzugsbereiches einzelner Zonen.
Auf Basis des „Ladezonen Rechners“ ergibt sich die Chance, auch ohne spezifischen Antragsteller dem bestehenden Bedarf an zusätzlichen Zonen nachzukommen. Dies bietet unter Berücksichtigung der Gegebenheiten vor Ort vor allem auch eine große Hilfestellung für die KEP-Dienste.
Aufbauend auf der Vorstudie aus dem Jahr 2022/23 sowie dem im Jahr 2023 entwickelten und validierten Prototyp wird der Algorithmus zur kleinräumigen Abschätzung des Güterverkehrsaufkommens nun weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei die Integration von Gebietsabgrenzungen (Polygonen) zur flächendeckenden Analyse, sowie die Anwendung des Tools in Stadtentwicklungsgebieten und Neubauarealen.
3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
Es wurde das unzureichende Angebot an Ladezonen – insbesondere in dicht besiedelten städtischen Bereichen – als eines der zentralen Problemfelder erkannt. Für die Wirtschaft stehen dabei die pünktliche Zustellung, eine effiziente Routenplanung sowie die reibungslose Durchführung von Lieferungen ohne Beeinträchtigung des Verkehrsflusses im Vordergrund. Die Einführung eines Ladezonenrechners kann helfen, die häufig emotional geführte Debatte zwischen wirtschaftlichen Anforderungen und dem Bedarf an privatem Parkraum zu versachlichen. Zudem schafft dieses Instrument eine belastbare Grundlage für die bedarfsgerechte Planung und den schrittweisen Ausbau zusätzlicher Ladezonen im Wiener Stadtgebiet und vor allem auch in Neubaugebieten– sowohl mittelfristig als auch langfristig
Um Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und alternativen Logistikkonzepten wie Zonenzufahrtsbeschränkungen (UVARs) oder Micro-Hubs in Wien und in Wiener Neustadt zu untersuchen, entwickelt ITS Vienna Region, die BOKU sowie die FH Wiener Neustadt im Rahmen des Forschungsprojektes FAMOUS ein Maßnahmen-Simulationsmodell. Das Projekt zielt darauf ab, fundierte Entscheidungsgrundlagen für ein effizienteres Güterverkehrsmanagement bereitzustellen.
Projektpartner
Verkehrsverbund Ostregion (VOR) GmbH Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Produktionswirtschaft und Logistik Fachhochschule Wiener Neustadt, Institut für Industrial Engineering und Management Stadt Wiener Neustadt Stadt Wien, Stadtentwicklung und Stadtplanung H2 projekt.beratung KG
Projektlaufzeit
09/2023 bis 08/2026
Finanzierung
Das Projekt wird duch das BMIMI (vormals BMK) über die FFG gefördert
Ziel des Forschungsprojekts FAMOUS ist es, das im erfolgreich abgeschlossenen Projekt GÜMORE entwickelte Güterverkehrsmodell weiterzuentwickeln und für Fragestellungen des Zufahrtsmanagements des urbanen Güterverkehrs erstmals anzuwenden. Für das Zufahrtsmanagement sollen verschiedene Maßnahmenbündel untersucht werden.
2. Projektbeschreibung
Um Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und alternativen Logistikkonzepten wie Zonenzufahrtsbeschränkungen (UVARs) oder Micro-Hubs in Wien und Wiener Neustadt zu untersuchen, entwickelt ITS Vienna Region, die BOKU sowie die FH Wiener Neustadt im Rahmen des Forschungsprojektes ein Maßnahmen-Simulationsmodell.
Die Rahmenbedingungen und Maßnahmenbündel (z.B. Zufahrtsmanagement in die Innenstadt, verkehrsberuhigte Zonen, Microhub-Systeme oder Lkw-Führungskonzepte) werden von Expert*innen aus den Städten definiert und im Konsortium in berechenbare Szenarien übersetzt.
Die verkehrlichen Auswirkungen der Szenarien werden mit dem Modell errechnet. Ausgehend von den ersten Berechnungsergebnissen werden die Szenarien iterativ optimiert und neu durchgerechnet. Die Partnerstädte bekommen quantitativ belastbare Grundlagen für evidenzbasierte Planungsentscheidungen.
3. Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
Nach dem Projekt GÜMORE sind die Länderverwaltungen in der Österreichischen Ostregion – Wien, Niederösterreich und das Burgenland – bestrebt, das vorhandene Tool „GÜMORE“ (Planungsverkehrsmodell für den Güterverkehr) weiter zu verbessern:
Im Projekt FAMOUS werden Expert*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten – Verkehrsplanung und Verkehrsmodellierung, Logistik, öffentliche Verwaltung – in einem interdisziplinären Team zusammenarbeiten und vorhandene Vorgehensweisen mit neuen Ansätzen und Erhebungen zu einem Güterverkehrsmodell kombinieren, das den Güterverkehr in verbesserter Qualität maßnahmensensitiv und prognosefähig abbildet. Dieses Projekt trägt zur Strategischen Agenda „Zero Emission“ sowie „Last Mile (R)evolution“ bei.
Im Regierungsprogramm der Wiener Fortschrittskoalition wurde die Planung eines Logistik Masterplans für die Stadt Wien zum Zweck einer effizienteren Zulieferung in der Stadt verankert. Dabei wurde bereits vorab festgelegt, dass bis zum Jahr 2030 der innerstädtische Lieferverkehr vollständig auf kleinere und emissionsfrei betriebene Fahrzeuge umzustellen ist.
Für die Erstellung ebendieses Masterplans als eine Bereichsstrategie im Sinne des oben dargestellten Wiener Klimapakts erarbeitet die Magistratsabteilung 18 der Stadt Wien („Projektauftraggeberin“) in Kooperation mit Auftragnehmer WIENER LOKALBAHNEN GmbH ein Wirtschaftsverkehrskonzept für die Bundeshauptstadt. Im Zuges des Projektes wird auf einen breiten Dialogprozess mit allen Share- und Stakeholdern in der Stadt und Region gesetzt. Das Vorhaben soll dabei auch die EU-Kriterien eines „sustainable urban logistic plans“ erfüllen.
Projektpartner
Stadt Wien – MA 18 Wiener Lokalbahnen – Kompetenzzentrum Logistik BFI FH Wien
Projektlaufzeit
2023-2024
Finanzierung
Eigenmittel der Stadt Wien
Ansprechpartner
DIin (FH) Sarah Bittner-Krautsack, MA Referatsleiterin – Mobilitätsstrategien MA18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung Rathausstraße 14-16, 6. Stock, Zimmer 633, A-1082 Wien Telefon: +43 1 4000 88841 sarah.bittner-krautsack@wien.gv.at
DI Alexander Schmidbauer Referent Wirtschaftsverkehr + ÖV MA18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung Rathausstraße 14-16, 6. Stock, Zimmer 634 A-1082 Wien Telefon: +43 1 4000 88833 alexander.schmidbauer@wien.gv.at
Wirkung und Beitrag zu Logistik2030+
Erstmalige Zusammenführung diverser Einzelprojekte und Ansätze aus L2030+ zu einer zukünftigen Gesamtstrategie für den Wirtschaftsverkehr in Wien. Das Vorhaben soll dazu aus allen Bereichen Maßnahmen des Aktionsplans L2030+ vereinen, wobei der „Masterplan Urbane Logistik“ selbst dezidiert unter den Themenpunkt „Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung festlegen“ fällt und den Schwerpunkt „Koordination / Steuerung / Regulative“ abdeckt.
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