Nachhaltige Logistik für den Donauraum

Die aktuelle Ausgabe der Wirtschaftsnachrichten (1-2 2023) berichtet über die enorme Herausforderung für die Logistik im Donauraum, bei deutlichem Anstieg des Individualverkehrs sowie der Einwohner*innenzahl bis 2030. Das Kooperationsprojekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ beschäftigt sich intensiv mit potentiellen Lösungsmaßnahmen und -aktionen, wie auch die beiden Beiräte Beate Färber-Venz und Davor Sertic beschreiben. Der Artikel gibt Einblicke in den aktuellen Status des Gesamt-Projektes und beleuchtet Highlights aus den Pilotprojekten 2022.

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Wirtschaftskammer und Wien Energie testen neues E-Ladestellen-Konzept für Betriebe

Elektrotankstellen bei Ladezonen sollen Betrieben ohne eigene Parkplätze den Umstieg auf E-Mobilität erleichtern

WKW-Präsident Walter Ruck und Wien Energie-Geschäftsführer Michael Strebl (Foto (c) Florian Wieser)

Elektromobilität ist ein Schlüssel für die Verkehrswende. Um auch Betrieben, die selbst über keine Parkplätze verfügen, eine passende Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, starten die Wirtschaftskammer Wien und Wien Energie ein Pilotprojekt. An drei Standorten in Wien werden öffentliche E-Ladestellen bei sogenannten „Ladezonen“ errichtet. In diesen gilt grundsätzlich Halte- und Parkverbot, außer für das Be- und Entladen von Fahrzeugen – zum Beispiel bei der Zustellung von Waren. Viele dieser Zonen befinden sich vor kleinen und mittleren Betrieben im Stadtgebiet. Im Rahmen des Pilotprojekts können diese Betriebe in den Ladezonen vor ihren Standorten während der Ladetätigkeiten direkt ihr Elektrofahrzeug mit Ökostrom tanken.

„Wir wollen kleinen und mittleren Unternehmen den Umstieg auf Elektromobilität erleichtern. Der Ansatz, der hier erprobt wird, ist vielversprechend: Die Unternehmen können direkt dort laden, wo sie ihr Fahrzeug benötigen. So gelingt uns die Verkehrswende und damit die Klimaneutralität 2040!“, ist Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke überzeugt.

Ladeinfrastruktur als Schlüssel für den Umstieg
Die Nähe zur verfügbaren Ladeinfrastruktur ist ein wichtiger Faktor beim Umstieg auf Elektromobilität. Größere Betriebe mit eigenen Parkplätzen können ihren Standort mit den entsprechenden Stromtankstellen ausrüsten. Kleinere Unternehmen im dichten Stadtgebiet fehlt diese Option oftmals.

„Vor allem im innerstädtischen Bereich und im stark verbauten Gebiet ist das Laden von elektrischen Nutzfahrzeugen eine Herausforderung. Die Kombination aus elektrischem Laden und Zonen für das physische Be- und Entladen der Fahrzeuge bringt wichtige Synergien für Unternehmen und ist ein Schlüsselfaktor für den Umstieg auf die E-Mobilität“, sagt WKW-Präsident Walter Ruck.

Nutzung der Pilotstandorte wird beobachtet und analysiert
Im Rahmen des Pilotprojekts hat Wien Energie drei Ladestationen in Ladezonen errichtet: In der Gumpendorferstraße (1060), in der Ennsgasse (1020) und in der Döblinger Hauptstraße (1190). In den kommenden Monaten wird die Nutzung dieser Ladezonen beobachtet und analysiert. „Wir erproben hier einen weiteren wichtigen Baustein für die Verkehrswende! Mit niederschwelligen Angeboten für Betriebe möchten wir den Umstieg auf Elektromobilität vereinfachen. Werden die Pilotstandorte gut angenommen, ist ein weiterer Ausbau in diesem Bereich denkbar“, so Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

Zielgerichteter Ausbau öffentlicher Ladestellen
Wien Energie betreibt heute mit über 2.000 öffentlich zugänglichen Ladestationen das dichteste E-Ladenetz in Wien. Der Energiedienstleister baut die Ladeinfrastruktur kontinuierlich und zielgerichtet aus. Noch in diesem Jahr entstehen zwei Schnellladeparks mit je 10 Ladepunkten mit bis zu 150 kW Leistung. Zusätzlich entstehen in den kommenden Jahren 200 öffentliche Ladstellen verteilt auf die Bezirke. Wien Energie errichtet diese Ladestellen in enger Abstimmung mit der Stadt und den Bezirken an Orten, wo sie gebraucht werden – etwa an Verkehrsknotenpunkte oder Orten mit erhöhtem Ladebedarf.

L2030+ startet fokussiert in das Umsetzungsjahr 2023

v.l.n.r.: Patrick Hartweg (WKNÖ), Michael Kopp (Land NÖ), Sarah Bittner-Krautsack (Stadt Wien), Christian Popp (Land NÖ), Andrea Faast (WKW), Dieter Häusler (Stadt Wien), Andreas Dillinger (WKW)

Am 15. Februar 2023 startete das Projektteam für „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ mit einem Fokus-Workshop in das neue Arbeitsjahr. Dabei wurden alle Maßnahmen des Aktionsplans auf Ebene der dazugehörigen einzelnen Aktionen besprochen, das periodische Monitoring aktualisiert und der gemeinsame Umsetzungsplan für das Jahr 2023 ausgearbeitet.

Personell gibt es am Anfang des Jahres zwei Neuerungen zu berichten: Das Projektteam wird seitens der Stadt Wien verstärkt durch Frau Dipl.-Ing.in (FH) Sarah Bittner-Krautsack, MBA, in ihrer Funktion als Leiterin des Referats für Mobilitätsstrategien. Gleichzeitig wurde beim Fokus-Workshop seitens aller Projektpartner großer Dank an Herrn DI Christian Popp vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung zum Ausdruck gebracht, der als Mitinitiator und Teil des Kernteams nun seine Funktionen im Projekt intern übergibt.

Der Arbeitsplan für 2023 und die inhaltlichen Schwerpunkte werden wie immer auch mit dem Projekt-Beirat abgestimmt. Parallel starten bereits die Planungen für Kommunikationsaktivitäten und Veranstaltungen, um die Ergebnisse aus einzelnen Aktivitäten und Pilotprojekten entsprechend sichtbar zu machen.

Grüne Verpackungen mit positiver Ökobilanz – ausgezeichnet mit dem VCÖ Mobilitätspreis!

Vor einem Jahr haben die Österreichische Post und die FH Oberösterreich gemeinsam mit fünf heimischen Handelsunternehmen die „Grüne Verpackung“ vorgestellt: Ein Pilotprojekt für wiederverwendbare Verpackungen im Online-Handel. Nun liegen die wissenschaftlich untermauerten Ergebnisse des Pilottests vor.

Fotocredit: Christian Husar / Österreichische Post AG

Die Analysen haben gezeigt, dass der Einsatz von wiederverwendbaren Verpackungen ökologisch gesehen Vorteile bringen kann und auch seitens Endkonsument*innen sehr begrüßt wird. Die Post möchte daher den nächsten Schritt gehen und wird die „Grüne Verpackung“ ab dem Frühjahr 2023 als reguläres Service allen Versandkund*innen anbieten.

Das Projekt wurde zuletzt auch beim diesjährigen VCÖ Mobilitätspreis Österreich mit dem 1. Platz in der Kategorie „Klimaverträglicher Gütertransport und Logistik“ ausgezeichnet.

Neue Inhalte im Onlineratgeber E-Mobilität

Am 1. Dezember wurden in einer Onlineveranstaltung die neuen Inhalte im Onlineratgeber E-Mobilität der Wirtschaftskammer Wien vorgestellt.

Die Erreichung der Klimaziele und die Unterstützung von Unternehmen bei der Umstellung auf umweltfreundliche Fahrzeuge ist dem Projekt Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien ein großes Anliegen. Ziel der Wirtschaftskammer Wien ist es, Mitglieder bei der Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität zu unterstützen und die vorgegebenen Klimaziele zu erreichen.

Dazu wurde der Onlineratgeber E-Mobility für Unternehmer:innen entwickelt und nun um drei Themen erweitert, die von Andrea Faast (Wirtschaftskammer Wien) vorgestellt wurden:

  • GPS Tracker
  • Expert:innen E-LKW
  • Berater:innen für größere Flotten

Außerdem präsentierte Marcella Kral (New Business, ÖAMTC) das Business Modell sowie die Möglichkeiten an Ladelösungen von ÖAMTC ePower-Business.

6. Stakeholder-Board Meeting im Zeichen der Umsetzung

Bereits zum 6. Mal tagte das Logistik 2030+ Stakeholder Board mit VertreterInnen von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und der Wissenschaft. Die Expertinnen und Experten begleiten von Beginn an das Projekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ und stehen dem Projektteam quasi als Sparring-Partner zur Verfügung. Viele der Organisationen sind auch aktiv in Pilotprojekten involviert und teilen ihre Erfahrungen aus der Praxis. Der Projektbeirat wurde vertreten von Mag. Davor Sertic (Spartenobmann Transport & Verkehr Wien) und Dr. Werner Pracherstorfer (Leiter Raumplanung, Umwelt & Verkehr Niederösterreich).

Das 6. Stakeholder Board Meeting im Rahmen von „Logistik 2030+“ fand am 29.06.2022 statt

Besondere Schwerpunkte lagen diesmal auf den Themen e-Commerce, Last-Mile, e-Mobilität und neue Paketboxen-Lösungen. Paketboxen werden einerseits als alternative Zustelladresse für KEP-Services in Zukunft immer wichtiger, andererseits eröffnen sie auch neue Möglichkeiten für den lokalen Handel, um die eigenen Omni-Channel Angebote aufzubauen oder auszuweiten.

Seitens der Wiener Lokalbahnen GmbH wurde das Projekt „WienBox“ vorgestellt, wo bereits mehrere Pilotstationen an Standorten der Wiener Stadtwerke aufgebaut wurden. Die Homepage mit Informationen über sämtliche Paketboxen-Standorte in Wien, die jeweiligen Betreiber und die verfügbaren Services ist online (www.wienbox.at). Aktuell laufen Konzeptionsarbeiten für eine umfassende Paketboxen-Plattform, um den Systemzugang und die Nutzung sowohl für Versender als auch für Empfänger noch weiter zu vereinfachen.

Zum Thema e-Commerce und e-Fulfillment Lösungen gab die Firma LogPoint (www.logpoint.at) Einblick in die laufenden Entwicklungen. LogPoint betreibt sehr erfolgreich einen Lagerstandort in Niederösterreich sowie ein Logistik City Hub im Zentrum von Wien, und kann daher sowohl kleinen wie auch großen Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

Dort sieht man ganz deutlich das veränderte Online-Kaufverhalten ausgelöst durch die Pandemie, denn die Einkaufszeiten ändern sich und neue Produktgruppen werden online nachgefragt. Zwei Kernpunkte einer grünen Logistikwelt sieht man in CO2-neutraler Zustellung bzw. der Zustellung mit alternativen Antrieben und einem ressourcenschonendem Verpackungskreislauf. Hierzu läuft aktuell das Pilotprojekt „Green Pack Mehrwegpaket“ um die Praxistauglichkeit von neuen Kreislaufsystemen zu testen.

Aktuelle Logistik 2030+ Pilotprojekte

Neben dem Monitoring der 35 laufenden Maßnahmen wurden im Stakeholder Board Meeting viele aktuelle Themen diskutiert, darunter auch der Güterverkehr auf der Bahn, Digitalisierung in der Logistik, Ansätze zur Konsolidierung von Transporten, Herausforderungen bei der Flächen- und Infrastrukturplanung sowie Sektorenkopplung und e-Mobilität.

Um speziell im Bereich Elektromobilität die Unternehmen bei der Planung und Umsetzung zu unterstützen, wurde im Rahmen von Logistik 2030+ der eMobility Online Ratgeber entwickelt: https://ratgeber.wko.at/emobilitaet/. Die VertreterInnen im Stakeholder Board berichteten zum Abschluss von den laufenden Aktivitäten in ihren jeweiligen Organisationen, hier wurden auch die Herausforderungen durch Personalmangel und Energiepreise thematisiert.

Gemeinsam wurde zu den laufenden Aktivitäten in „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ eine positive Zwischenbilanz gezogen und die weiteren Planungen bestätigt. Nach dem formalen Teil gab es im Rahmen eines kleinen Sommerfests für alle TeilnehmerInnen die Möglichkeit Ideen für neue Pilotprojekte auszutauschen.

eMOKON E-Mobility Fachkonferenz am 14.-15.09.2022

Am 14.-15.09.2022 findet die eMOKON E-Mobility Fachkonferenz – mit Unterstützung der Logistik 2030+ Projektträger Wirtschaftskammer Niederösterreich und Wirtschaftskammer Wien – in Teesdorf (ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum, Triester Bundesstraße 120, 2524 Teesdorf) statt.

die eMOKON  ist die größte Fachkonferenz für den dekarbonisierten Betrieb von Fahrzeugflotten für Gewerbe und Unternehmen in Österreich und hat zum Ziel, Unternehmen und deren Fahrzeugflotten bei der Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe zu unterstützen. Auf der Konferenz finden Sie erfolgreich umgesetzte Lösungen aus den Bereichen Fahrzeugtechnik, Ladeinfrastruktur, Beratung und Förderung, sowie Energiemanagement und Sektorkoppelung.

Weiters erfahren Sie auf der eMOKON bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen die aktuellen Rahmenbedingungen aus fiskaltechnischer und fördertechnischer Sicht. Nutzen Sie auch die Testfahrmöglichkeiten von über 50 eFahrzeugen (Nutzfahrzeuge N1 und PKW).

Der Besuch ist kostenfrei. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

KEP Branchenreport: 200 Millionen Paketsendungen im Jahr 2030

35 Prozent Zuwachs bei Paketsendungen während Corona-Pandemie – Präsentation des KEP (Kurier-, Express- & Paketdienst) Branchenreports 2022

Sertic, Pokorny
© FLORIAN WIESER. vlnr: Davor Sertic, Katarina Pokorny

Während der Pandemie stieg das Paketaufkommen in Wien um 35 Prozent auf 128 Millionen Stück. „Eine überdurchschnittliche Steigerung die einer überdurchschnittlichen Leistung der gesamten KEP Branche benötigte“, so Davor Sertic, Spartenobmann Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien anlässlich der Präsentation des KEP Branchenreports 2022.

128 Millionen Pakete wurden im Jahr 2021 in Wien zugestellt – das bedeutet rund 109 Pakete pro Haushalt oder 350.000 Pakete pro Tag. „Legt man diese Pakete auf der A1 nebeneinander, könnte man jeden Tag Sankt Valentin erreichen“. Das Paketaufkommen in Wien wird weitersteigen, wenn auch nicht mehr so stark. In den nächsten Jahren wird ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich jährlich erwartet. „Im Extremfall, erreichen wir schon 2030 die 200 Millionen Pakete-Marke. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden“, so Sertic. 

Entwicklung der Paketmengen in Wien in Szenarien

Letzte Meile als Zukunftsthema

Um das Ziel der Verkehrsberuhigung und der emissionsfreien Zustellung zu schaffen, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. „Dieses Ziel erreichen wir einerseits mit emissionsfreien Transportmitteln und andererseits mit Mikro Hubs in urbanen Gebieten“, so Sertic.

Um die Flotten der Kleintransporteure zu elektrifizieren, ist der Infrastrukturausbau wichtig. Vor allem müssen große Flottenbetreiber die Sicherheit haben, ihre E-Fahrzeuge verlässlich laden zu können. „Zu Spitzenzeiten kann das Stromnetz an seine Grenzen kommen. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, nicht mit leeren Akkus in den Tag zu starten. In weiterer Folge leiden die Konsumenten unter Lieferverzögerungen.“

Nicht nur Ladeinfrastruktur auf Firmengeländen, sondern auch im öffentlichen Raum ist ein wichtiges Thema. „Von den 2.177 Kleintransporteuren in Wien sind viele EPU, die nirgends eine Ladestation installieren können. Sie brauchen einfachen und günstigen Zugang zu öffentlichen Ladestationen“, so Katarina Pokorny, Fachgruppenobfrau der Kleintransporteure in der WK Wien.

Pakete in Mikro-Hubs bündeln

Mikro-Hubs in urbanen Gebieten sollen zur Verkehrsberuhigung und Lebensqualität in Wien beitragen. Pakete werden gebündelt an die Mikro Hubs geliefert, in weiterer Folge aber emissionsfrei mit E-Autos, Lastenfahrrädern oder -Scootern ausgeliefert. Sollte der erste Zustellversuch nicht klappen, können Zusteller die Pakete in einer Paketbox hinterlegen. „Das bedeutet für die Bewohnerinnen und Bewohner weniger Lärm und weniger Emissionen, dafür mehr Lebensqualität. Durch Paketboxensysteme bekommen sowohl Zusteller als auch Empfänger die größtmögliche Flexibilität“, so Sertic.

Fachkräftemangel und steigende Kosten als Sorgenpunkte

„Das Paketaufkommen wird noch größer werden. Das bedeutet, dass wir auch mehr Menschen in der Branche benötigen“, so Pokorny. Um die künftigen Volumina zu stemmen, werden neue Arbeitszeit-Modelle, beispielsweise Teilzeit-Modelle, entwickelt und mehr auf Paketboxensysteme gesetzt.

Eine weitere Herausforderung für die Branche sind die steigenden Kosten. „Im KEP Bereich wirkt sich jede Teuerung im Mobilitätsbereich gleich extrem aus. Die Fahrzeuge sind die wichtigsten Betriebsmittel. Die Transportkosten sind seit Jahresbeginn um über 20 Prozent gestiegen. Hauptkostentreiber sind natürlich die gestiegenen Energiepreise, aber auch höhere Kosten für Wartungen, Service und Ersatzteile. Eine zielgenaue Entlastung der Unternehmer lässt aber noch auf sich warten“, so Pokorny.

Wien über Österreich und Deutschland Schnitt

In Wien werden pro Einwohner mehr Pakete transportiert als in Rest-Österreich und sogar Deutschland. „Mit 52 Paketen pro Einwohner hat Wien die Nase vorn und verzeichnet fast doppelt so viele Paketbewegungen wie der Österreich-Schnitt. Stark ist hier vor allem der Privatkundensektor. Mittlerweile entfallen fast 80 Prozent aller Sendungen auf diesen Sektor, während der B2B Bereich seit Jahren stetig abnimmt“, so Jürgen Schrampf, Geschäftsführer ECONSULT und Studienautor.

Neue Fakten und Praxiseinblicke zu Paketboxen in Niederösterreich und Wien

Bei der Online-Informationsveranstaltung „Paketzustellung L2030+“ im Rahmen des Programms „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich Wien“ stand am 20. Mai die „Last Mile“ in der Paketzustellung im Mittelpunkt. Dabei wurden aktuelle, halbjährliche Evaluierungsergebnisse (großteils) betreiberunabhängiger Paketboxen in Niederösterreich und Wien vorgestellt.

Welche Maßnahmen wurden bisher gesetzt? Wie wirksam sind diese bisher? Was ist weiter geplant, um die nach wie vor steigende Menge an Paketen rasch, effizient und möglichst nachhaltig zuzustellen?

DI Gerald Gregori präsentierte die aktuellen Evaluierungsergebnisse aus Niederösterreich und Wien, die ein weiterhin starkes Wachstum der Paketboxen und einen steigenden Anteil offener Boxensysteme zeigen:

Die Gegenüberstellung der offenen Paketboxensysteme in Wien in 2019 und 2022 zeigt das rasante Wachstum in den vergangenen drei Jahren und dass Paketboxen eine wesentliche Infrastrukturkomponenten geworden sind:

Darüber hinaus stellte Mag. Monika Unterholzner, Geschäftsführerin der Wiener Lokalbahnen GmbH, das Service WienBox als Dachmarke für White Label Boxen vor, zog eine Zwischenbilanz nach dem ersten Jahr WienBox und warf einen Blick auf die weitere Entwicklung. Außerdem gab David Strauß von der FH des BFI Wien Einblicke in die Studie zu Verbreitung, Erfolgskriterien und Best Practice Beispielen von Paket- und Umschlagsboxen.

Die Unterlagen zur Onlineveranstaltung können Sie hier herunterladen:

Außerdem können Sie hier die Broschüre „Paketboxen für den Wiener Handel und für Dienstleistungsbetriebe“ herunterladen:

LKW-Stellplätze in Wien

Mit der Erweiterung der Wiener Parkraumbewirtschaftung am 01.03.2022 ist die Bundeshauptstadt eine (nahezu) flächendeckende Kurzparkzone. Ohne Ausnahmegenehmigung ist somit ein kostenpflichtiges Abstellen von Kfz über eine Dauer von mehr als zwei Stunden an Werktagen (Mo-Fr) im Zeitraum von 9-22 Uhr nicht mehr möglich.

Diese Regelung betrifft auch Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die dann zum dauerhaften Parken im öffentlichem Raum in Wien nicht mehr abgestellt werden können. Die Wirtschaftskammer Wien hat daher mit Garagenbetreibern gesprochen und bietet einen Überblick über Parkplätze für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen bzw. der Nutzungsklasse N1.

Folgende Garagenbetreiber bieten laut aktuellem Stand (Jänner 2022) Stellplätze zum (Dauer-)Parken von LKW an. Die jeweils aktuelle Übersicht finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Wien.